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den Frühschoppen verzichten mußten, den ich selbst nie mitgemacht und nie begriffen habe. Sich schon am frühen Tage den Magen mit Bier vollpumpen, – welch’ abscheuliche Unsitte!

Ich tat die Sachen wieder in den Felsriß zurück. Wer sie hier versteckt hatte, ob einer der Pferdediebe oder jemand anders, das war mir wirklich gleichgültig. Ich wollte ins Freie hinaus in den Sonnenschein, ich hatte Hunger und Durst und Sehnsucht nach Coy.

So zwängte ich mich denn immer weiter nach oben. Ich habe nie an überflüssigem Fettansatz gelitten. Und die letzten Monate, – – nein, selbst bei einer Mastkur hätten nur meine Muskeln davon profitiert bei diesem unruhigen, strapazenreichen Dasein, bei diesem wundervollen freien Leben, das Männer schafft und alles fortbläst, was innen und außen am menschlichen Kadaver überflüssig.

Auf mein Augenmaß war doch kein Verlaß … Ich gelangte wirklich ins Freie. Meine Uhr zeigte die achte Stunde. Die Sonne belehrte mich: acht Uhr morgens. Ich war also weit länger bewußtlos gewesen, als ich anfänglich vermutet hatte. Morgens hatte der Sandsturm Coy und mich überrascht, jetzt wieder Morgen … – Wo war Coy? Wo Braanken? Für meinen braunen Freund fürchtete ich nichts. Ein Coy Cala kommt nicht im Sandsturm um …

Ein Blick in die Runde …

Sandwehen … Sandwehen …

Aber dort nach Nordwest: die Felsgruppe, unser Lager. Weiter der Huar mit seiner dunklen Kuppe.

Zwischen den Felsblöcken kräuselte sich Rauch

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Mein Freund Coy. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1929, Seite 48. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Mein_Freund_Coy.pdf/48&oldid=- (Version vom 1.8.2018)