Seite:Mein Freund Coy.pdf/54

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stimmen das … Warum nicht?! Nur nicht blind, Mistre.“

Ein Gedanke kam mir … Wenn etwa Braanken die Kisten und Einmachegläser gehörten?! Wenn er vielleicht Arzt war?! Wenn er ein Mittel besaß, die Hornhaut seiner Augen für kurze Zeit milchig zu färben?!

„Komm!“ sagte ich kurz.

Ich hatte es eilig. Ich wollte Klarheit haben. Wir betraten das Innere der kleinen natürlichen Felsenburg. Das Feuer brannte. Braanken lag und schlief. Ich weckte ihn.

„Hallo, Braanken, – ich bin wieder da!“

Er fuhr hoch … Seine Augen waren nicht mehr so gräßlich verschwollen, und auch sein Gesicht wirkte nicht mehr so abschreckend.

„Ah – Sie, El Gento …!! Gratuliere! Coy war in größter Sorge um Sie …“

Er hatte die Augenlider halb offen. Was dahinter schimmerte, war tot, milchig. Unmöglich: der Ärmste konnte uns in dem einen Punkt niemals beschwindelt haben. Er war blind. Mit solchen Pupillen kann niemand sehen!

Und doch …! Coys Beweise waren Grund genug für mich, Braanken gegenüber die Methode der Überrumpelung anzuwenden.

„Coys Sorge war überflüssig,“ erklärte ich harmlos. „Ich fand Schutz in einer Ufergrotte, die mir sehr interessant wurde. Es stehen dort nämlich[1] zwei Kisten mit zwei Gläsern …“

Ich beobachtete ihn. Nein, ich belauerte sein Gesicht …

Aber ich sah darin nur den Ausdruck, den jedes Unbeteiligten Antlitz gehabt hätte: aufmerksame Spannung!

  1. Vorlage: nämllich
Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Mein Freund Coy. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1929, Seite 54. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Mein_Freund_Coy.pdf/54&oldid=- (Version vom 1.8.2018)