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Was sie sich an Lederstrippen um den Hals hängen oder an Schlaufen auf dem Rocke befestigen, – alles nur nützliche Dinge, die nichts Theatralisch-Weibisches an sich haben: Tabakpfeifen, Patronen, kleine Schnitzmesser und – wenn’s hoch kommt – Pumazähne.

Ja – – der Orden König Tounens I. …! Wie war Braanken dazu gekommen?!

Und weiter – eine unheimliche Frage: war Braanken der Mörder der Kinder des reichen Chilenen, bei dem er angeblich in Valdivia Buchhalter gewesen?! – Nein, – sagte mir eine innere Stimme. Den Eindruck eines feigen Mordbuben hatte Braanken auf mich wahrhaftig nicht gemacht.

Ich war ins Grübeln geraten.

Braanken hatte mir das Leben gerettet, hatte mich in die Grotte hineingezogen, hatte mich vor dem Ersticken bewahrt, wußte, daß ich freikommen und dann die Kisten sehen und untersuchen würde. Hätte ein Mensch mit schlechtem Gewissen, was die Köpfe betraf, so gehandelt?!

Hallo, – – die Wildhunde flüchteten ja … Und wie!!! Als ob der Satan hinter ihnen her wäre.

Und dort die kleine Nanduherde – auch auf und davon …

Höchste Zeit, daß ich hier nicht nutzlosen Vermutungen nachhing! Draußen in der Steppe war irgend etwas nicht sauber.

Ich duckte mich tiefer. Die Lücken in den Dornen boten genügend Aussicht. Die Nacht war noch heller geworden. Ich nahm meine Sniders und mein Fernglas und kauerte mich vor der größten Öffnung der Rankenvorhänge nieder.

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Mein Freund Coy. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1929, Seite 67. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Mein_Freund_Coy.pdf/67&oldid=- (Version vom 1.8.2018)