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„Mistre Karl Olaf, schlechte Gegend sein … Sehr aufpassen … Dreckige Tehus vielleicht nahe. Werden Sennor Mastilo verfolgen. Hassen ihn. Böse Mann … Sehr stark … Keine Gesetz hier … – Kommen mit …“

Er schritt nach Westen zu das in flachen, langen Terrassen ansteigende Plateau empor. Der Mond stand schräg über uns, der Himmel war klar und der Sternenschein genügte für geschulte Augen.

Coy trug dieselben hohen Seehundsstiefel mit dreifachen Sohlen wie ich. Die Sohlen sind weich und doch außerordentlich haltbar. Wir vermieden jedes Geräusch. Coys elastische Bewegungen und fast tänzelnde leichte Schritte, so überaus kraftverratend und denen des schleichenden Pumas ähnlich, der sich vor Dornenranken hütet, wurden immer behutsamer, je höher wir kamen.

Der Wind fauchte uns mit eisigem Odem entgegen. Kaum fünfhundert Meter über uns schimmerte die erste lange Schneezunge wie ein grauweißer Strich. Wir kamen an einem einzelnen turmartigen Felsen vorüber, dessen Umgebung mit dicken Krusten Vogelunrat bedeckt war.

„Condor!“ flüsterte Coy.

Ich schaute empor. Oben auf der Granitnadel starrte ein Gewirr von Ästen nach allen Seiten auseinander – das Nest der Riesenraubvögel, des edelsten Wildes der Kordilleren, denn der Puma – – ein Feigling! Ein angeschossener Condor ist weit gefährlicher.

Ein rauhes Krächzen klang aus der Höhe herab. Condorjunge …

Coy meinte: „Nachher holen … Gut bezahlen der Kaufmann in Skyring …“

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Mein Freund Coy. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1929, Seite 91. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Mein_Freund_Coy.pdf/91&oldid=- (Version vom 1.8.2018)