Seite:Mein Freund Coy.pdf/97

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ist auch mein einziges Abenteuer mit diesem Riesenadler der Anden geblieben.

Es war die Einleitung für eine andere Szene. Bevor ich diese schildere, muß ich notwendig etwas einflechten, das wirklich Flechtwerk ist und vielen Schluchten in den Kordilleren, besonders im tropischen Teile, eine besondere Note verleiht.

Die Dornendickichte habe ich bereits häufiger erwähnt, vorhin auch den patagonischen Hopfen, aus dessen Ranken die braunen Fischer Taue flechten, die den Manilahanfseilen nichts nachgeben. An den senkrechten Wänden der Schluchten, Klüfte und Täler bilden sich nun (im tropischen Gebiet mit Hilfe anderer Baumarten und anderer Rankengewächse) in verschiedenen Größen oft sogenannte Pandasaras, Hängematten, – eine recht treffende Bezeichnung für diese natürlichen, zwischen Bäumen ausgespannten Matten. Wo Risse im Gestein den Kiefern und Bergbuchen das Wachstum in verschiedenen Höhenabständen der Felswände gestattet haben, findet man zuweilen diese Pandasaras in vier bis sechs Exemplaren übereinander, deren Stützpunkte eben stets Bäume sind und deren eigentliche „Matte“ hier im südlichsten Patagonien stets aus einem fast unzerreißbaren Gewirr von Dornen- und Hopfenranken sich zusammensetzt. Faulen die Stützpunkte ab, so stürzen die Pandasaras häufig ein paar Meter tiefer, werden dann aber wieder durch die im Gestein haftenden Rankenwurzeln festgehalten und gleichen nun vollkommen einer Hängematte, besonders wenn es sich um nach innen gewölbte, also überhängende Wände handelt. – Dies dürfte zum Verständnis des Folgenden genügen.

Mein schöner Filz war mir also flöten gegangen,

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Mein Freund Coy. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1929, Seite 97. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Mein_Freund_Coy.pdf/97&oldid=- (Version vom 1.8.2018)