Seite:Messungen an Becquerelstrahlen.djvu/6

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noch zu bemerken, daß die kleine Abweichung des Wertes von wohl auf die Schwierigkeit der Stromregulierung zurückzuführen ist, die bei so langsamen Strahlen erforderlich wird. Ein Blick auf die beiden letzten Spalten beweist, daß die Entscheidung zugunsten der Lorentz-Einsteinschen Theorie fällt.

Nummer des Versuches βm H in GaußZm in mm
nach Lorentz

nach Maxwell
10 u. 11
8
7
13
3
0,3178
0,3792
0,4286
0,5160
0,6879
104,54
115,76
127,35
127,54
127,54
16,37
14,45
13,5
10,18
6,23
1,695
1,706
1,706
1,704
1,705
1,676
1,678
1,670
1,648
1,578

Es erübrigt noch, auf die Möglichkeit der Anbringung einer gewissen Korrektur an den Werten der Ablenkungen zurückzukommen. Meine Berechnungen beziehen sich auf die Ablenkungen, welche die innerhalb des Kondensators kompensierten Strahlen im reinen Magnetfelde erfahren. Es treten aber außer diesen normalen Strahlen noch anormale auf, nämlich Strahlen, welche innerhalb des Kondensators keine vollständige Kompensation der wirkenden Kräfte erfahren haben und deshalb den Kondensator auf gekrümmter Bahn durchfliegen. Sie machen die radiographische Kurve etwas weniger scharf und verschieben unter Umständen etwas die Schwerpunktslinie der Kurven. Ich habe die Ablenkung dieser extremen Strahlen berechnet und mich davon überzeugt, daß sie die Resultate nicht merklich beeinflussen.

Zum Schluß möchte ich noch kurz zu der augenfälligen Konstanz der Werte von bemerken, daß es ein Vorzug der von mir verwandten Methode ist, daß, wie eine Berechnung zeigt, kleine Fehler in der Bestimmung der elektrischen Feldstärke nur in geringem Maße diese Konstanz beeinflussen, vorausgesetzt, daß diese kleinen Fehler bei allen Versuchen gleichmäßig gemacht worden sind. Wenn also der Wert von einen möglichen Fehler enthält, so wird dadurch das wesentliche Ergebnis meiner Untersuchung nicht geändert. Dieses Ergebnis ist die Bestätigung des Relativitätsprinzips.

Nachtrag.

Wie eine erst nachträglich angestellte, auf einen wohlgelungenen Versuch sich stützende Berechnung zeigt, ist die Wirkung eines Schutzringes um den Kondensator nicht ohne Einfluß, wie ich anfangs glaubte und auch äußerte. Theoretisch ist die Randwirkung grade so, als ob der Radius des Kondensators um einen kleinen Betrag — hier 0,31 mm — vergrößert würde. Bringt man diese Korrektur an, so wird nach Lorentz für die Versuche No. 8, 7, 13, 3, bezw. 1,730; 1,730; 1,729; 1,730.

(Eingegangen 23. September 1908.)
Diskussion.

Bestelmeyer: Ich möchte den Vortragenden um die Angabe der Dimensionen bitten. Wie groß war der Abstand der Platten (Vortragender: ¼ mm). Wie groß war der Durchmesser des inneren Kondensators? (Vortragender: 40 mm). Wie war die Länge des Weges zwischen den Platten? (4 cm) und außerhalb der Platten? (4 cm) und wie groß war die Ablenkung des Strahles? (16 mm bis herunter zu 6,23 mm). Ich möchte da auf eine Schwierigkeit bei den Messungen hinweisen. Geradlinig bewegen sich zwischen den Kondensatorplatten Elektronen, für welche die elektrische und magnetische Kraft gleich ist. Es gehen aber außer diesen geradlinig im Kondensator verlaufenden Strahlen auch solche durch, die eine erheblich größere und eine erheblich kleinere Geschwindigkeit haben. Für die Dimensionen, welche sie hier eben angaben, sind das meiner Schätzung nach etwa ± 10 Proz., welche mit einer anderen Geschwindigkeit durchgehen, und wenn man nun aus der Ablenkung den Wert von e/m bestimmt, so ist es nicht sicher, ob er diesen Strahlen der mittleren Geschwindigkeit zugehört oder denen, die eine 10 Proz. größere oder kleinere Geschwindigkeit haben. Man muß deshalb wissen, wie die Strahlenverteilung ursprünglich war. Wenn sie sämtlich in gleicher Menge vorhanden sind, dann kann man annehmen, daß die Ablenkung auch der mittleren Geschwindigkeit entspricht.

Bucherer: Ich habe mir Mühe gegeben, diesen Fehler streng mathematisch zu untersuchen. Ich habe zu diesem Zweck eine transzendente Gleichung gelöst und daraus die Geschwindigkeiten und den Krümmungsradius gemessen. Es ergibt sich, daß diese Strahlen gar nicht in Betracht kommen. Bei der Bestelmeyerschen Methode ist es anders. Da ist der Spalt größer. Wenn Sie das Bild ansehen, so werden Sie sehen, daß die Extrastrahlen gar keine Rolle spielen. Das Bild kann nur von den zentralen Strahlen herrühren, die normal durchgehen, daß heißt, die keine Krümmung haben. Ich will hier einige Zahlen anschreiben, welche diesen Punkt berücksichtigen;