| Charles Nuitter et Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone | |
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Marianna (ärgerlich).
Nein! … Was kümmert Dich das übrigens? Wenn Du so neugierig bist und Alles, was vorgeht, zu wissen wünschst, – – weshalb stehst Du nicht früher auf!
Frangipani.
Früher aufstehen soll ich? (Bei Seite.) Ich glaube allerdings, mein Schlaf wird täglich fester! … Das ist äußerst beunruhigend! (Sieht nach der Uhr und spricht laut.) Wirklich? Ich habe heute Morgen noch um 37 Minuten länger geschlafen als gestern! … Beim heiligen Januarius! – fast hätte ich vergessen, daß ich zu dieser Stunde beim Polizei-Richter erwartet werde! – Es handelt sich nämlich um einen Conflikt, in den ich vor einigen Tagen gerieth. Es war eigentlich nicht der Rede werth: ich warf einem meiner Gäste eine Schüssel mit Maccaroni an den Kopf!
Arsenico.
Alle Teufel! … Das muß unangenehm sein!
Frangipani.
Nun ja! Aber der Teufel mag sich da mäßigen! – Ich glaubte er hätte ein Auge auf meine Frau geworfen! — Hernach hat sich die Sache allerdings aufgeklärt und ich sah ein, daß ich mich geirrt! – Der Mensch schielte nämlich von Natur!
Arsenico (lachend).
Ah so!
Frangipani.
Doch jetzt habe ich keine Zeit, mich hierüber auszusprechen! Ich muß fort! … Arsenico! Ihr begleitet mich doch?!
Arsenico.
Ich? (Für sich.) Verdammt! … ich hoffte, er würde mich mit seiner Frau allein lassen!
Frangipani (ungeduldig).
Nun?
Arsenico (ist aufgestanden).
Ich komme! (Leise zu Marianna.) Wir setzen später unsere Unterhaltung fort!
Frangipani (der lauschte).
Was sprecht Ihr da?
Arsenico.
Nichts, nichts! Ich spreche der Signora nur meine schuldige Hochachtung aus!
Charles Nuitter et Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone. Ed. Bote und G. Bock, (E. Bock), Berlin 1868, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Nuitter,_Tr%C3%A9feu_(anonyme_%C3%9Cbersetzung)_-_Coscoletto_der_Lazzarone.pdf/23&oldid=- (Version vom 8.11.2025)