| Charles Nuitter, Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone | |
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Frangipani (kurz).
Laßt es gut sein! … Ich kann eine schuldige Hochachtung nicht leiden! Kommt! (Bei Seite.) Er hat stets etwas Heimliches! und die Heimlichen … das sind die Schlimmsten!
Arsenico (für sich).
Ich werde ihn schon zu entfernen wissen!
Frangipani (barsch).
Vorwärts! (Zieht Arsenico unsanft mit sich hinweg.)
Marianna.
Soweit ist es schon gekommen! … Welch’ entsetzliches Schicksal – an einen solchen Mann für’s ganze Leben gebunden zu sein! … O, wenn ich ihn mit anderen Männern vergleiche! …!
(Coscoletto kommt aus der dritten Coulisse rechts.)
Marianna (ihn erblickend, für sich).
Ha! … da ist der hübsche Lazzarone!
Coscoletto
(ist vorgekommen und blickt nach Delfina’s Laden, während er zu sich selbst sagt).
Sollte Delfina nicht zu Hause sein? (Für sich.) Es ist eigenthümlich! … Ich kenne mich selbst nicht mehr wieder! Ich, der sonst vor keiner Gefahr zurückschreckte, der – wenn es sein müßte – Neapel an allen vier Ecken in Brand gesteckt hätte, … ich zittre wie ein Kind, wenn ich an Delfina denke! …
Marianna (für sich).
So wär’ ich denn allein mit ihm. –
(Zu Coscoletto.)
Ihr eßt ja nicht?
Coscoletto (zerstreut).
Wahrhaftig nein –
Mich hungert nicht.
Charles Nuitter, Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone. Ed. Bote und G. Bock, (E. Bock), Berlin 1868, Seite 20. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Nuitter,_Tr%C3%A9feu_(anonyme_%C3%9Cbersetzung)_-_Coscoletto_der_Lazzarone.pdf/24&oldid=- (Version vom 13.10.2025)