| Charles Nuitter, Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone | |
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Marianna.
Wenn aber Jemand käme …!
Coscoletto.
Wer sollte jetzt kommen?! – Man sagt ja immer, „die Liebenden beschützt Gott. –“ Nun wohl, wenn dem so ist, so glaube ich ein ganz besonderes Anrecht auf seinen Schutz zu haben, denn es kann auf der ganzen weiten Gotteswelt keinen verliebteren Menschen geben, als mich!
Coscoletto.
Du meines Herzens Königin
O hör’ auf meinen Sang,
Zu Dir treibt mich die Sehnsucht hin,
Des Herzens heißer Drang.
Dir bringe ich, von Lieb’ erfüllt
Mein Lied, es grüßt Dich zart und mild.
O laß mich nicht vergebens fleh’n,
Sieh meinen Liebesschmerz,
Läßt Du mich trostlos von Dir geh’n,
So bricht dies arme Herz.
Es schlägt nur Dir, nur Dir allein,
Wird immerdar Dein eigen sein.
Marianna (zu ihm).
Sie sind so freudig, … so …
Coscoletto (einfallend).
Meine gute Marianna, … Wenn Sie sich nicht meiner erbarmen, so bin ich der unglücklichste Mensch der Welt! (Ihre beiden Hände ergreifend.) Sehen Sie, Marianna, ich weiß nicht, wie ich eine Liebes-Erklärung anfangen soll.
Marianna (bei Seite lächelnd).
Nun, mir scheint, er fängt sie nicht schlecht an!
Coscoletto (ihre Hand feurig drückend).
Ich bin so schüchtern …!
Marianna (bei Seite).
Das finde ich eben nicht! (Es klopft! Marianna schnell sich umwendend).
Charles Nuitter, Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone. Ed. Bote und G. Bock, (E. Bock), Berlin 1868, Seite 36. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Nuitter,_Tr%C3%A9feu_(anonyme_%C3%9Cbersetzung)_-_Coscoletto_der_Lazzarone.pdf/40&oldid=- (Version vom 13.10.2025)