| Charles Nuitter, Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone | |
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Frangipani.
Der jeden Tag hier fistulirte,
Die Guitarre maltraitirte,
Uns annuyirte täglich neu
Mit seiner dummen Dudelei!
Delfina.
Ach, der schändliche Verräther
Brach mein Herz entzwei.
Frangipani.
Ja der Verräther soll es büßen,
Ich will ihn seh’n zu meinen Füßen.
Beide.
Coscoletto, schwarzer Missethäter
etc. etc.
Frangipani (wehmüthig).
Also sind es gar ihrer Drei! … Arsenico behauptet, das Gift der Borgia’s entdeckt zu haben, … und ich habe, wie es scheint, ein Mitglied dieser liebenswürdigen Giftmischer-Familie zur Frau! … (zu Delfina) Bist Du auch Deiner Sache ganz gewiß?
Delfina.
Wie ich Ihnen sage: — ich habe sie selbst hier eintreten sehen! Es kamen zwei Ihrer Freunde! Der Droguist und der Darmsaiten-Fabrikant!
Frangipani.
Polycarpo? … der meine Wittwe heirathen will? – O heiliger Januarius! O meine Ahnung! (sinkt auf einen Stuhl, springt aber sogleich wieder in die Höhe) Au! Au! Was ist das? (Nimmt die Pistole, welche Polycarpo liegen gelassen, vom Stuhle auf.) Eine Schußwaffe!
Delfina.
(Von einem andern Stuhle den dort liegenden Dolch aufhebend.)
Und hier ein Dolch!?
Frangipani (die Baßsaiteerblickend).
Und diese, — einen Strang gleichende Darmsaite! … Alle nur erdenklichen Mord-Instrumente finden sich in meiner Behausung vereint! — ich bin den Mördern auf Gnade und Ungnade preisgegeben! (läuft umher) Von den Küchenjungen
Charles Nuitter, Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone. Ed. Bote und G. Bock, (E. Bock), Berlin 1868, Seite 44. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Nuitter,_Tr%C3%A9feu_(anonyme_%C3%9Cbersetzung)_-_Coscoletto_der_Lazzarone.pdf/48&oldid=- (Version vom 8.11.2025)