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Seite:Nuitter, Tréfeu (anonyme Übersetzung) - Coscoletto der Lazzarone.pdf/50

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Charles Nuitter, Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone

Polycarpo (bei Seite).

Er hält mich für seinen Küchenjungen! Diesen Irrthum muß ich mir zu Nutze machen!

Frangipani (vertraulich).

Sage mir, Pancrazio, hast Du nichts bemerkt?

Polycarpo (mit verstellter Stimme).

Nein! (Rührt immerwährend mit einem Löffel in einer Kasserolle.)

Frangipani.

Es bereitet sich hier ein schauerliches Verbrechen vor: – … mein Weib und Polycarpo wollen mich aus dem Wege schaffen!

Polycarpo (wie oben).

Oho!

Frangipani.

Ja, das weiß ich ganz sicher! – Du kennst doch Polycarpo, den Dummkopf, den Darmsaiten-Fabrikanten!? …

Polycarpo.

Hm, Hm! (bei Seite) Ich danke!

Frangipani (immer geheimnißvoll).

Jetzt kommt es darauf an, zu erfahren, auf welche Weise sie mich umbringen wollen, – ob durch den Strang, oder die Pistole, oder den Dolch? … Vielleicht aber auch wollen sie mich vergiften? … Ja, das ist das Wahrscheinlichste! Ich habe entsetzlichsten Hunger und möchte zu Abend speisen! Darf ich es aber wagen? – muß ich nicht bei jedem Bissen fürchten, er sei vergiftet? … Doch da fällt mir ein: Du kannst mich ja bedienen! (für sich) Er wird doch nicht mit zur Verschwörung gehören? (zu Polycarpo) Bereite mir ein gutes Gericht Maccaroni, – das wird mir die nöthige Kraft verleihen zur Ausführung meiner Rache!

Polycarpo (bei Seite).

O weh! … Das wird schön werden! (Stellt eine Kasserolle auf das Feuer des Heerdes, ergreift eins der Fläschchen, welche Arsenico liegen ließ, gießt den Inhalt in die Kasserolle hinein und sagt für sich.) Was ist denn das für ein eigenthümlicher Geruch? Sollte ich mich vergriffen haben? Ich darf mich nicht verrathen, … drum fort damit! (Nachdem er sich scheu nach Frangipani umgesehen hat, – der inzwischen den Küchenraum vorsichtig durchforscht und an allen Thüren lauscht, – wirft er die Kasserolle, sammt Inhalt, hastig zum Fenster hinaus.) So, nun fange ich lieber noch einmal an! (Er hat eine andere Kasserolle auf den Heerd gestellt und gießt den Inhalt des anderen Fläschchens hinein.) Dies wird besser sein, denke ich!

Empfohlene Zitierweise:
Charles Nuitter, Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone. Ed. Bote und G. Bock, (E. Bock), Berlin 1868, Seite 46. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Nuitter,_Tr%C3%A9feu_(anonyme_%C3%9Cbersetzung)_-_Coscoletto_der_Lazzarone.pdf/50&oldid=- (Version vom 8.11.2025)