| Charles Nuitter, Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone | |
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Frangipani (sich zu ihm wendend).
Was machst Du denn?
Polycarpo (mit verstellter Stimme).
Nichts! … Ich rühre! (rührt heftig.)
Frangipani.
Recht so, rühre immer zu! Du bist ein guter treuer Bursche. O es thut wohl, unter lauter Verräthern wenigstens einen ehrlichen Menschen zu finden! Du bist unter Larven die einzige fühlende Brust!
O trauriges Geschick, dem ich zum Opfer falle,
Tod überall vor meinem Blick.
Diese friedliche Küche, einst meiner Ahnen Asyl,
Soll jetzt der Schauplatz sein des Mordes und Verbrechens.
Ueb’rall, wo mein Aug’ hinblickt,
Seh’ Dolche ich auf mich gezückt,
Donnerbüchsen, Espingolen,
Aexte, Schwerter und Pistolen.
Seh’ gezogene Kanonen,
Bomben, Mörser, blaue Bohnen,
Gift’ge Pfeile, Donnerkeile – ach!
Ist’s Fantasie nur, die mich neckt?
Sind Mörder wirklich hier versteckt?
Wollt Ihr mein Blut? – So redet!
Wie auf düst’ren Waldesstrecken
Hex’ und Kobold lauernd steh’n,
Glotzend so aus allen Ecken
Ekle Fratzen auf mich seh’n.
Und mit dürren Knochenarmen
Nahen sie im grausen Chor,
Greifen, kneifen sie mich Armen,
Packen, zerren ohn’ Erbarmen
Mich hinab zum Höllenthor.
Hörst Du sie?
Charles Nuitter, Étienne Tréfeu – Musik von Jacques Offenbach: Coscoletto, der Lazzarone. Ed. Bote und G. Bock, (E. Bock), Berlin 1868, Seite 47. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Nuitter,_Tr%C3%A9feu_(anonyme_%C3%9Cbersetzung)_-_Coscoletto_der_Lazzarone.pdf/51&oldid=- (Version vom 8.11.2025)
- ↑ Diese Arie kann auch fortfallen.