Seite:Offenes Sendschreiben an die evangelisch-lutherische Geistlichkeit in Bayern in der Gesangbuchssache.pdf/3

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 Indem ich meinen geliebten Amtsbrüdern in diesen Zeilen meine Ansichten und Bedenken in Betreff unseres so vielfach schon besprochenen Gesangbuches offen darlege, hege ich dabei einen dreifachen Wunsch; einmal, daß dieses offene Wort nicht so gedeutet werden möchte, als wollte ich mit diesem in einer so wichtigen Angelegenheit nur einen neuen Zankapfel hinwerfen. Ich kann versichern, daß ich dabei weder diese, noch sonst eine andere unlautere Absicht habe; ebenso kann ich auch versichern, daß ich unsere evangelisch-lutherische Kirche und den Stand, dem ich angehöre, viel zu hoch achte und zu innig liebe, als daß ich in dieser so wichtigen und an Anforderungen an unseren Stand so reichen Zeit etwas anderes im Auge haben könnte, als die Ehre beider. Ich kann mich nämlich des Gedankens nicht erwehren, daß es weder unserer Kirche noch deren Dienern zur Ehre gereichen könne, wenn dieses Gesangbuch fortwährend im Gebrauch bleibt, das, unpartheiisch und vorurtheilsfrei angesehen, ein fortwährender Ankläger der evangelisch-lutherischen Geistlichkeit ist, was unter anderem auch daraus hervorgeht, daß es der Liebling aller derer ist, die sich der besseren Gestaltung unserer Kirche so hartnäckig entgegen setzen. Als ohnlängst in Weissenburg zwei deutsch-katholische Redner die schwachen und die am Glauben schon längst Schiffbruch gelittenen Glieder der Gemeinde für ihre Vernunfts- (Unvernunfts-)Kirche zu gewinnen und unsere Kirche mit allen Waffen der Frechheit, der Bosheit und des größten Unsinnes zu verunglimpfen suchten, glaubte der Mann, auf dessen Einladung diese Redner (Dumhof und Bierdimpfel) sogleich gelaufen kamen, und denen Niemand das Zeugniß eines kirchlich gesinnten Gemeindegliedes geben wird, nichts besseres thun zu können, als daß er diese Redner