und des Erzbischofs Ernst von Prag herbei und traf am 7. Dezember in Dresden ein. Friedrich schlug die ihm angebotene Krone, die nach den Erfahrungen seines Schwiegervaters ihm nicht lockend erscheinen konnte, aus und wurde in seiner ablehnenden Haltung von Karl IV. durch das ansehnliche Geschenk von 4000 Schock Prager Groschen noch bestärkt. Ludwig ließ nun den Grafen Günther von Schwarzburg, mit dem er bereits früher Verhandlungen angeknüpft, nach Dresden kommen und fand ihn bereit, sich zum Gegenkönig aufstellen zu lassen. Nach erfolgter Einigung reisten sie ab, während Karl noch über drei Wochen hier verweilte. Am 21. Dezember ward zwischen ihm mit seinen Brüdern Johann und Wenzel und dem Markgrafen Friedrich mit seinen Söhnen Friedrich, Balthasar, Ludwig und Wilhelm ein Schutz- und Trutzbündniß abgeschlossen. Mit großem Nachdruck schien sich aber Friedrich der Sache des Luxemburgers noch nicht annehmen zu wollen, wenigstens ließ er sich bis Weihnachten 1349 von der Verpflichtung entbinden, an einem Angriffskriege gegen die Wittelsbacher theilzunehmen; dagegen versprach er noch nachträglich am 3. Januar 1349, gegen Günther von Schwarzburg Heeresfolge zu leisten. An demselben Tage schloß Karl auch ein Bündniß mit Günthers Neffen, den jungen Grafen von Schwarzburg und von Hohnstein-Sondershausen, die nach Dresden gekommen waren und dem Könige ihre Dienste gegen den eigenen Oheim angeboten hatten. Karl IV. brach am 4. Januar oder einem der nächsten Tage nach dem Niederrhein auf, um dort seine Anerkennung als König zu betreiben[1]. Es war der erste Aufenthalt eines deutschen Königs in Dresden, von dem
uns Kunde geworden ist.[WS 1] Bei der damit verbundenen Anwesenheit zahlreicher Fürsten mit ihrem Gefolge wird es während
- ↑ E. Werunsky, Geschichte Kaiser Karls IV. Bd. 2. Innsbruck 1882. S. 144.
Anmerkungen (Wikisource)
- ↑ siehe auch Fürstenbesuche in Dresden
Otto Richter: Geschichte der Stadt Dresden. Erster Theil: Dresden im Mittelalter. Baensch, Dresden 1900, Seite 40. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Otto_Richter_Geschichte_der_Stadt_Dresden_Teil_1_Mittelalter.djvu/65&oldid=- (Version vom 23.5.2025)