Seite:Palaeontographica 01.djvu/203

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andererseits den Uebergang dieser Gattungen zu den Isopoden vermittele. Noch anders bestimmt Burmeister in seinem Werke über die Trilobiten die Stellung der Gattung.

Es liegt nicht in der Absicht hier auf eine Kritik dieser verschiedenen Ansichten einzugehen; dagegen mögen hier einige für die Beurtheilung jener Frage wichtige Puncte, auf welche namentlich die Betrachtung des hier beschriebenen Exemplars hinweiset, hervorgehoben werden.

Die zugespitzte stachelförmige Bildung des Endgliedes des Körpers erinnert gleich auf den ersten Blick an Limulus. Die zangenförmige Endigung, so wie die ganze Gestalt des vorderen Fusspaares ruft ebenfalls die Bildung der Kaufüsse bei den Xiphosuren zurück. Endlich ist auch das Kopfschild mit den beiden weit von einander entfernten Augen nicht ohne Analogie mit Limulus. Denkt man sich die 12 Rumpfglieder in eins verschmolzen und Kopfschild und Endstachel gegen dieses mehr vergrössert, so erhält man in der That eine dem Limulus analoge Körperform. Darnach scheint mir Eurypterus mit dem Limulus näher, als mit irgend einer anderen Abtheilung der Crustaceen verwandt. Die grossen Unterschiede, welche völlig hinreichen um eine Trennung als eigene Familie zu rechtfertigen, sollen dabei durchaus nicht übersehen werden. Der Hauptunterschied würde namentlich der sein, dass das letzte Paar der Füsse, welche bei den Xiphosuren sämmtlich sonderbarer Weise die doppelte Function von Greiforganen und von Kauwerkzeugen (an ihrer Basis) haben, hier zu einem zum Schwimmen bestimmten Organ mit einem grossen flossenartigen Endgliede umgestaltet ist. Ausserdem würde namentlich die Trennung der Rumpfglieder, die bei Limulus mit einem gemeinschaftlichen Schaalenstücke bedeckt sind, unterscheidend sein.

Die Organe, welche bei dem Eurypterus remipes und E. lacustris in dem Vordertheile des Kopfschildes vor dem grossen flossenförmigen Fusspaare stehen, sind nicht Fühler (Antennae), wie sie von Burmeister und Anderen gedeutet sind, sondern nichts als ganz undeutlich erhaltene ähnliche Füsse, als der vordere unseres Exemplars.

Zuletzt noch ein Wort über die geologische Lagerstätte der Amerikanischen Eurypterus. Das im Vorhergehenden beschriebene Exemplar stammt aus dem centralen Theile des Staates New York aus einer Schicht des älteren Gebirges, welche von den New Yorker Staats-Geologen unter dem Namen »Water lime group of Maklins« unterschieden ist. Damit stimmt Conrads Angabe über das Vorkommen des Eurypterus (Conf. Annual Rep. of the geol. Survey 1839. pag. 241) völlig überein. Diese Water lime group liegt nun aber unmittelbar auf den salzführenden Schichten (der Onondaga Salt group); da nun diese erstere zur unteren Abtheilung des devonischen Systems gerechnet werden muss, so fällt damit auch jene Lagerstätte des Eurypterus in die Reihe der devonischen Gesteine. Als Lagerstätte von Eurypterus lacustris wird von Harlan „Williamsville, 7 miles below Buffalo“ angegeben. An dieser Stelle ist auf der grossen geologischen Charte des Staates New York ebenfalls devonisches Gebirge angegeben.


Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Dunker, Hermann von Meyer (Hrsg.): Palaeontographica. 1. Band. Theodor Fischer, Kassel 1851, Seite 193. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Palaeontographica_01.djvu/203&oldid=- (Version vom 1.8.2018)