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ouh uuir belazend[1] unsern sculdigen. Und in chorunga[2] ni leitest du unsih. Nu[3] belose[4] unsih fone ubile.




XII. Aus dem 11.–12. Jahrhundert.

Aus einer Münchener Handschrift, cod. Monacens. Indersdorf. Nr. 237. 4. Bl. 45a, bei Maßmann Nr. 56. Diese und die nachfolgende Nr. 13 führen unbestreitbar auf dasselbe Original zurück, und zwar nicht bloß auf denselben lateinischen Grundtext, sondern auch auf eine und dieselbe deutsche Uebersetzung.

Pater noster qui es in coelis. Fater unser du der in himele bist. O homo skine[5] an guoten werchên. daz du sin sun sîst. so heizzistu[6] in mit rehte uater. Habe fraternam caritatem. diu tuot dich wesen[7] sinen sun. Sanctificetur nomen tuum. Din namo werde geheiligot. Wer sol in geheiligon? Nê[8] ist er heilig. Wir bitten aber daz er in unseren herzon geheiligot werde. so daz uvir in colendo geheiligoen.[9] Adveniat regnum

  1. Graff II, 307 hat uns Notker richtiger uuir belazen.
  2. S. Nr. 4.
  3. Über das adversative nu (sondern, aber) und nube (wenn nicht, sondern) s. Graff II, 978 flg.
  4. Vielleicht ist nu belose zu trennen nube lose wie Nr. 12.
  5. Scheine, zeige.
  6. Heißest du.
  7. Die brüderliche Liebe thut (macht) dich wesen (sein).
  8. Nun aber.
  9. So daß wir ihn durch das Ehren heiligen.
Empfohlene Zitierweise:
Joseph Kehrein: Pater Noster und Ave Maria in deutschen Übersetzungen. Frankfurt a/M.: Verlag für Kunst und Wissenschaft (G. Hamacher), 1865, Seite 21. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Pater_Noster_und_Ave_Maria_in_deutschen_Uebersetzungen.pdf/29&oldid=- (Version vom 1.8.2018)