Seite:Picander Ernst-Schertzhaffte und Satyrische Gedichte 3.pdf/525

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     Und der Mund gebunden singt,
          So erweckt es keinen Schertz.
 Da Capo.

Merc.
Nunmehro Richter her.

Tmol.

65
Das Urtheil fällt mir gar nicht schwer,

Die Wahrheit wird es selber sagen,
Daß Phöbus hier den Preiß davon getragen.
Pan singet vor dem Wald,
Die Nymphen kann er wohl ergötzen.

70
Jedoch so schön als Phöbus Klang erschallt

Ist seine Flöthe nicht zu schätzen.

 Aria.
          Phöbus, deine Melodey
     Hat die Anmuth selbst gebohren.
          Aber wer die Kunst versteht,

75
          Wie dein Thon verwundernd geht,

     Wird dabey aus sich verlohren.
 Da Capo.

Pan.
Komm, Mydas, sage du nun an,
Was ich gethan.

Mydas.
Ach Pan! wie hast du mich gestärckt,

80
Dein Lied hat mir so wohl geklungen,

Daß ich es mir auf einmahl gleich gemerckt.
Nun geh ich hier im Grünen auf und nieder
Und lern es denen Bäumen wieder,
Der Phöbus macht es gar zu bund.

85
Allein dein allerliebster Mund

Sang leicht, und ungezwungen.

Empfohlene Zitierweise:
Christian Friedrich Henrici: Picanders Ernst-Schertzhaffte und Satyrische Gedichte. Teil 3. Johann Theodor Boetius, Leipzig 1732, Seite 504. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Picander_Ernst-Schertzhaffte_und_Satyrische_Gedichte_3.pdf/525&oldid=- (Version vom 1.8.2018)