Seite:Picander Ernst-Schertzhaffte und Satyrische Gedichte 3.pdf/588

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Da kömmt Herr Schlendrian
Mit seiner Tochter, Ließgen, her;

5
Er brummt ja! wie ein Zeidel-Bär,

Hört selber, was sie ihm gethan!

 ARIA.
Schlendr.
     Hat man nicht mit seinen Kindern
          Hundert tausend Hudeley.
     Was ich immer alle Tage

10
     Meiner Tochter, Ließgen, sage,

          Gehet ohne Frucht vorbey.
 Da Capo.

Du böses Kind, du loses Mädgen,
Ach! wenn erlang ich meinen Zweck,
Thu mir den Coffe weg.

Ließg.

15
Herr Vater, seyd doch nicht so scharff,

Wenn ich des Tages nicht dreymahl
Mein Schälgen Coffe trincken darf,
So werd ich ja zu meiner Quaal
Wie ein verdorrtes Ziegen Bräthgen.

 ARIA.

20
     Ey! wie schmeckt der Coffe süsse,

     Lieblicher als tausend Küsse,
          Milder als Muscaten-Wein.
     Coffe, Coffe muß ich haben;
     Und wenn iemand mich will laben,

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          Ach so schenckt mir Coffe ein.

 Da Capo.

Empfohlene Zitierweise:
Christian Friedrich Henrici: Picanders Ernst-Schertzhaffte und Satyrische Gedichte. Teil 3. Johann Theodor Boetius, Leipzig 1732, Seite 565. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Picander_Ernst-Schertzhaffte_und_Satyrische_Gedichte_3.pdf/588&oldid=- (Version vom 1.8.2018)