Seite:Predigt am fünf und zwanzig jährigen Regierungs-Feste Sr. Majestät des Königs von Baiern Maximilian Joseph.pdf/23

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

weise und wohlthätige Anstalten, wenn wir heute einen forschenden Blick auf unser Vaterland werfen. Alle diese Anstalten aber in welch einem Zeitpunkte haben sie sich erhoben! Sind sie nicht in einem Zeitpunkte ans Licht getreten, der so vieler Verhältnisse wegen mehr zum Niederreißen als zum Aufbauen geeignet zu seyn schien? Alles, was seit fünf und zwanzig Jahren für das Vaterland geschehen ist, unter welchen Anstrengungen von Seiten der Unterthanen auch ist es geschehen! Gott, rufen wir staunend aus, Gott, wie war es möglich, daß solches geschehen ist in solcher Zeit, wie die ist, welche wir durchlebt haben! Aber du hast den König geseegnet; du hast das Volk geseegnet; du hast das Land geseegnet; Großes hast du an allen gethan; die Schwachheit hast du gestärkt, dem guten Willen hast du das Vollbringen gegeben; wo die Kräfte zu erliegen schienen, da hast du neue geschaffen, wo die Quellen versiegt zu seyn schienen, da hast du neue entstehen lassen; hast uns gezeigt, daß Fleiß und rege Thätigkeit unter deiner allweisen Leitung ein Volk nie sinken lassen unter dem Drucke der Zeit; daß ein guter Wille des Königs und des Volks Unglaubliches vermöge, und Eintracht zwischen Fürst und Volk jenem es nicht an Muth, diesem es nie an stärkender Hoffnung fehlen lassen. So Großes aber sollst du, Allmächtiger, Allgütiger, an uns nicht vergeblich gethan haben! Theurer soll uns das Vaterland seyn und bleiben, dessen König, dessen Volk du so geseegnet hast; unverletzlich der Gehorsam gegen