Seite:Ramdohr-Venus Urania-Band 3.2.djvu/8

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

in Europa bekannt zu seyn. Schultens [1] hat bloß aus den drey ersten Büchern dieses Werks einige Excerpte geliefert.

In diesen erscheint ein kriegerischer Geist, der durch die Blutrache, die steten kleinen Kriege einzelner Stämme und Familien, so wie durch die ganze Verfassung des meist nomadischen Volks genährt und ausgebildet wurde. Dieser Heldengeist ist mit Leidenschaft zum Geschlecht genau verbunden, und giebt dieser den Charakter eines rüstigen, wackern Enthusiasmus.

So singt einer von diesen Dichtern: „Dein dacht’ ich, wenn Spieße zwischen uns geschleudert wurden, und schwarze Pfeile unser Blut tranken.“

In eben diesem Geschmacke ist eine andere Stelle, die Jones anführt: „Gewiß! ich dachte deiner, wenn Spieße sich von meinem Blute sättigten, und indischer Stahl darin gebadet wurde. Begierig war ich, jene Schwerter zu küssen, die deinen Zähnen gleich, wenn du lächelst, blitzen.“ [2]

Unstreitig mußte diese rüstige Liebe dadurch noch einen thätigern, unternehmendern Charakter annehmen, daß der Liebhaber bey der eingezogenen Lebensart des Frauenzimmers große Schwierigkeiten zu überwinden hatte, ehe er sich mit seiner Geliebten vereinigen konnte. In einem Gedichte des Amralkeis rühmt sich dieser,


  1. Excerpta Anthologiae veterum Arabiae Poetarum, quae inscribitur Hamasa Abi Temmam ab Alberto Schultens. – Hinter Erpenii Grammatica Arabica. Leyden, 1767.
  2. Poeseos Asiaticae Commentarii. Londini 1774. p. 359.