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 Avant-propos

Ich kann mein Buch doch nennen, wie ich will
Und orthographisch nach Belieben schreiben!
Wer mich nicht lesen mag, der lass es bleiben.
Ich darf den Sau, das Klops, das Krokodil

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Und jeden andern Gegenstand bedichten,

Darf ich doch ungestört daheim
Auch mein Bedürfnis, wie mir’s passt, verrichten.
Was könnte mich zu Geist und reinem Reim,
Was zu Geschmack und zu Humor verpflichten? –

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Bescheidenheit? – captatio – oho!

Und wer mich hasst, – – sie mögen mich nur hassen!
Ich darf mich gründlich an den Hintern fassen
Sowie an den avant-propos.


 Billardopfer

Er starb am Billard, beim letzten Stosse.
Engel trugen ihn in die Höh’.
Abraham fand in seinem Schosse
Blaue Kreide und ein Billardqueue,

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Und er stiess in spielerischer Idee

Nach den Sternen und Monden mit Linkseffet.
Abraham bekam das Spielen satt,
Weil der Himmel keine Bande hat.
Warf also das Queue wütend zur Erde zurück.

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Das brach einer alten Frau das Genick.

Die stand auf der Strasse, doch nicht auf der Einwohnerliste.
Die nächste Gemeinde begrub und bezahlte die Kiste.
Und von dem Blitze, der bald dieses, bald jenes vernichtet,

Empfohlene Zitierweise:
Joachim Ringelnatz: Die gebatikte Schusterpastete. Meyer, Berlin-Wilmersdorf 1921, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Ringelnatz_Die_gebatikte_Schusterpastete.pdf/3&oldid=- (Version vom 1.8.2018)