Seite:Schiller Musenalmanach 1798 229.jpg

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Was euer Lieblingsverbrechen ist.
Da spart euren Witz in Erfindung der Strafen
Was euch unerträglich däucht,
Ist gegen die Qualen, die hier noch schlafen,

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Die ihr nicht ahnden könnt, Federleicht.

Empfandt ihr je verzweifelnde Triebe
Reicht eure Phantasey dahin?
Ich bin ein Sterblicher und ich liebe
Liebe der Götter Königinn.

Indem er sich umwendet, wird er eine Wolke gewahr, in Junos Bildung.


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Sie ists – sie ist es selbst – o Himmel und Erde!

Sie hat es gehört das verwegne Geständniß,
Ihr Blick wird mich tödten, sie hat es gehört.
Sie sieht mich nicht. Im hohen Selbstgenusse
Lustwandelnd unterm Schleyer der Nacht

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Froh wie es scheint, daß unter ihrem Fuße

Die Erde schläft und kein Geschöpf mehr wacht,

Empfohlene Zitierweise:
Friedrich Schiller (Hrsg.): Musen-Almanach für das Jahr 1798. Tübingen: J. G. Cottaischen Buchhandlung, 1797, Seite 229. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Schiller_Musenalmanach_1798_229.jpg&oldid=3388984 (Version vom 1.8.2018)