Seite:Schreiben an einen der Herausgeber dieses Journals von einem seiner Freunde zu Nürnberg, über die im vorigen Hefte unter dem Titel Der Sieg der Unschuld über die Bosheit abgedruckte Erzählung.pdf/5

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Zärtlichkeit durch Wort und That bewiesen. Allein so viele Gläser, Pulver, Salben und Thee sie auch in dieser Zeit von Landbadern und Schindern gebrauchte; so blieb das Übel doch ungeheilt. Es war also wohl sehr natürlich, daß Ehemann seine Anverwandten zu Hülfe rief, und nicht weniger natürlich wars, daß diese, da die Frankin nichts Innerliches klagte, auch immer guten Appetit hatte, einen ihnen bekannten Wundarzt zu Rath zogen.

 Einen geschickten Arzt (Doctorem medicinae) zu schicken, hat Frau Kaufmann Ehemännin nicht versprochen.

 5.) Eine schlechterdings unwahre Beschuldigung ists, daß ein Plan gegen die Frankin verabredet worden wäre. Die Frankische Partey selbst gibt das nur als Vermuthung an. Und doch wagt es der Einsender, bloß auf diese ganz grundlose Vermuthung hin, die rechtschaffensten, unschuldigsten Personen, den Kaufmann Ehemann und dessen Ehefrau, ingleichen den mit der Frankin so übel betrogenen Ehemann, einer niedrigen Geldschneiderey, einer satanischen Kabale etc. sogar im öffentlichen Druck zu beschuldigen.

 Diese Beschuldigung ist um so unverantwortlicher, da Ehemann und seine Verwandten nichts gethan haben, als wozu sie offenbar durch