Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 1.pdf/18

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1591: Brillen zum Gebrauch beim Drechseln, teils vom Kurfürsten August.
Goldenes Brettspiel, Geschenk vom Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg an seinen Schwiegersohn Kurfürst Christian I.

Unter dem Administrator kamen hierzu noch:

1592: 2 Tische von J. M. Nosseni.
1593: Möbel, Schmucksachen, Tafelgeräte.

Ebenso ein drittes Inventar im Jahr 1610, nachdem Kurfürst Christian II., seitdem er 1601 mündig geworden war, die Sammlung besonders durch Gemälde, darunter viele fürstliche Bildnisse, durch mechanische Kunstwerke und Automaten vermehrt hatte.

Hiervon sind hervorzuheben:

1601: Kunstuhren, kriechende Schnecken von Schissler in Prag, Erzstufen.
1602: Bank von Jaspis von Nosseni.
1604: Spinne von Tobias Reichel.
1606: 3 Kunstschreine, eingelegt von Schifferstein.
1608: Gemälde.

Nach dessen Ableben im Jahr 1611 kamen unter seinem Bruder Kurfürst Johann Georg I., r. 1611–1656, wieder einige wertvolle Erwerbungen hinzu, so 1624 Elfenbeinarbeiten von Johann Wecker und viele Werke aus Achat und Jaspis, im Kaufwert von 2229 Gulden, 1612 der St. Georg, ein Automatenwerk aus vergoldetem Silber, 1615 ein Schreibtisch aus Ebenholz mit Einlagen aus Elfenbein von Hans Schifferstein, ferner Naturalien, wie Tierskelette, Meteore, ferner indianische Waffen und ein Perpetuum mobile, weiter 1622 aus dem Nachlaß des Hofarchitekten Johann Maria Nosseni Gemälde und Kunstbücher, auch Statuen von Terrakotta, Gips und Metall und 1623 aus dem Nachlaß der Kurfürstin Sophie, der Witwe Kurfürst Christians I., kostbare Möbel, Uhrwerke, Gemälde, Kunstkästen aus Silber, Ebenholz, Elfenbein und Perlmutter, Erzstufen, sowie Prunkgeräte und Schmucksachen.

Die Tür des südlichen Turmzimmers im Grünen Gewölbe ist bemalt mit dem gevierten Wappenschild von Sachsen, Jülich, Cleve und Berg und in der Mitte mit dem Kurschild und hat darüber in Versalien die Inschrift: Johannes Georgius Elector Saxoniae Technotecae Locupletator MDCXXXI. Diese Tür bekundet also, welche Bedeutung der Kurfürst nicht nur seinen Ansprüchen auf jene Fürstentümer, sondern insbesondere der durch ihn wesentlich bereicherten