Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 3.pdf/103

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rötlich marmorierten Jaspis hat ein etwa eiförmiges Gefäß, das muschelförmig und am Wirbel in Relief mit einer Tiermaske geschnitten ist. Wie die Schale, so hat auch der Deckel vom Wirbel auslaufende Rippen. Trotzdem hat das Gefäß die gleiche senkrechte Achse wie eine ovale Deckelschale, sein Schaft ist noch mit gewundenen Rippen versehen, der Sockel aber mit radial gestellten Buckeln. Der Windung des Schafts entspricht die spiralige Windung einer auf dem Deckel stehenden Wellhornschnecke. So hält die Schale die Mitte zwischen einer symmetrischen Kunstform und einer asymmetrischen Naturform. Die emaillierte Goldfassung hat an dem Sockelrand eine besonders glückliche Bildung. Zwei Reifen werden der Wölbung des Sockels folgend durch Ranken verbunden, größere vier Ranken greifen über den unteren Reifen hinaus und dienen als Füße des ganzen. Vielleicht war der praktische Zweck, der Schale eine breitere Stütze zu geben, die Veranlassung zu dieser eigenartigen und anmutig luftigen Bildung.

Die Schale in der Mitte auf Tafel 29 unten aus grünem, weiß gesprenkelten orientalischen Jaspis hat eine regelmäßigere ovale Form mit vier Ausbauchungen, zwischen denen goldemaillierte Schienen die Fassung verbinden; die Wölbungen wiederholen sich entsprechend am Deckel und am Sockel. An Stelle des Schaftes stehen zwei naturalistisch aus Bergkristall geschnittene Baumstämme, die sich umeinander winden. Die Verbindungsstellen sind mit goldenen emaillierten Blättern verkleidet, ebensolche umgeben die Spitze des Deckels, die eine Onyxkamee trägt. Türkisen sitzen auf den Blättern und den Randeinfassungen und unterstützen die helle Gesamterscheinung der Schale, deren Gestaltung von dem Steinschneider bestimmt wurde und der sich der Goldschmied glücklich anzupassen wußte.

Ganz unabhängig war dieser dagegen bei der Chalcedonschale auf Tafel 28 unten rechts. Der Schliff der Schale war ja wohl durch einen Zapfen darauf zubereitet, Fuß und Schaft angesetzt zu bekommen, deren Form aber war der Erfindung des Goldschmieds überlassen. In glatter eleganter Schwingung ist der Fuß entwickelt und der eiförmige Schaft daraufgesetzt, darüber bilden dann bügelartige Ranken mit Drachenköpfen den luftigen Übergang zu der Fassung des Zapfens der Schale und dienen zugleich als Träger der durchscheinenden, hellen und dadurch leicht wirkenden Schale. Die glatten goldenen Wände sind mit ausgestochenen Blumenranken in durchsichtigem Email verziert, aufgesetzte emaillierte Ranken mit Farbsteinen auf dem Sockel und aufgesetzte