Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 3.pdf/109

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Goldschmiede bekannt oder doch bei den jetzt reichlicher vorhandenen Urkunden noch leichter festzustellen sind, die solche Ziergegenstände geliefert haben, so haben wir über die Bearbeiter der dabei verwendeten farbigen Steinarten so gut wie keine Nachrichten. Soweit hierbei auch nicht, wie bei Gemmen und Kameen, eine künstlerische, figurale oder ornamentale Belebung der Flächen hinzukam, ist dies auch von geringerem Belang; ja selbst bei diesen Stücken, die mehr und mehr nur zur Ausschmückung der einzelnen Ziergegenstände verwendet werden, steht zumeist deren künstlerischer Rang nicht so hoch, daß es lohnend scheinen müßte, ihre Urheber aufzusuchen. Sie werden von den Goldschmieden an ihren Ziergegenständen angebracht, um diesen einige reizvolle Akzente zu verleihen, doch werden hierbei nicht immer gleichartige Stücke zusammengestellt, sie sind auch oft nicht erst ad hoc angefertigt, sondern aus verschiedenen Entstehungszeiten erworben. Die Kamee hat für den Goldschmied meist keine erheblich andere Bedeutung, als irgendein Farbstein. So kommt es also bei diesen Zutaten, ebenso wie bei den Schalen, Schäften, Sockeln aus den gleichen Steinarten, im wesentlichen darauf an, wie der Goldschmied alles zusammen zu einem einheitlichen Ziergegenstand vereinigt hat und es genügt zumeist, wenn wir diesen kennen.

Ein Dresdner Goldschmied, der unter August dem Starken neben Melchior Dinglinger mit Vorliebe und Geschick an jenen aus dem 17. Jahrhundert überkommenen Zierschalen aus farbigen Steinarten seine Kunstfertigkeit übt und dabei auch gern Kameen zur Ausstattung mit verwendet, ist Johann Heinrich Köhler. Wir wissen von ihm, daß er am 19. August 1718 Hofjuwelier wurde, später am Grünen Gewölbe als Inspektor angestellt war und im Jahr 1736 verstorben ist. Darauf machte der Sohn Melchior Dinglingers, Johann Friedrich, ein Gesuch um die gleiche Anstellung und er begründete dies damit, daß er in Verhinderungs- und Krankheitsfällen Köhlers „an den Pretiosen und Kabinettstücken“ gearbeitet habe. Läßt sich hieraus schon auf die Art seiner Werke schließen, so erkennen wir nach Ausweis der Inventare und der stilistisch mit den hierdurch gesicherten Werken in charakteristischen Einzelheiten übereinstimmenden Arbeiten, daß er neben Dinglinger am meisten für seinen Herrn geliefert haben muß. Ein so beglaubigtes Werk von ihm ist die Schale aus dunkelgrünem Heliotrop, die von einer Negerbüste getragen wird, auf Tafel 33 unten rechts. Zu der Schale hat er sich auch noch einen gewölbten Sockel aus gleichem Stein schneiden lassen und dazu noch