Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 3.pdf/16

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Halskette ist oft zweimal um den Hals zu legen, deren Glieder bilden die Buchstaben C und D, d. i. die Initialen des Königs Christian III. von Dänemark, ihres Vaters. An Gürteln ist der eine zweimal, der andere nur einmal um den Leib zu legen, ein dritter ist ein Perlengürtel. Sodann folgen noch 27 Brustketten verschiedener Form, zwei davon wieder mit den Buchstaben C und D, und dazugehörige 15 Stück Kleinodien, die zumeist nur aus Edelsteinen zusammengesetzt sind, fünf davon in Form von Kreuzen und nur eins als gekröntes Herz beschrieben. Es schließen sich an 12 Armbänder, davon vier mit Steinen, zwei mit Perlen und eins davon „Hand in Hand“, das heißt die einzelnen Glieder sind als Hände gebildet, die ineinandergelegt sind, eine noch mehrfach vorkommende symbolische Schmuckform, die sonst auch als „Handtreue“ bezeichnet wird. Den Beschluß bilden nochmals fünf lange und kurze Gürtel, zwei von Gold, einer von Silber und zwei von Perlen, und endlich neun Ringe, davon vier mit Demant-Spitzsteinen, drei mit solchen Tafelsteinen, einer mit Rubin und einer mit Türkis besetzt.

Zu diesem mitgebrachten Schmuck kommt nun noch, was die junge Frau als Geschenk zur Hochzeit erhalten hat, zunächst als Morgengabe ihres Gatten ein langes goldnes Halsband mit Demanten, Rubinen und Smaragden, sodann neun goldne Ketten verschiedener Form und Länge mit und ohne Anhänger aus Edelsteinen, zwei davon als geschmelzte Kettlein bezeichnet, ferner ohne Ketten zwei Anhänger aus Juwelen und ein Kreuz aus Diamanten. Endlich ein goldnes Armband mit einer Diamantrose und ein Halsband mit Demanten und Rubinen.

Diesen recht stattlichen Besitz an Schmuckstücken, der noch ergänzt wurde durch mitgebrachtes Gerät aus Gold und Silber, und solche Geschenke von sächsischen Städten, steht das summarische Verzeichnis dessen gegenüber, was Mutter Anna zu Anfang Oktober 1585 hinterlassen hat. (H. St. A. Dresden. Fach 8694. Inventarium... 1541–1662, Bl. 41–54.) Es war in ihrer Schlafkammer in vier Kleinoden-Laden aufbewahrt, jede mit sieben Schubladen. Hierzu kam noch eine mit Eisen beschlagene Lade gleichfalls mit sieben Fächern, die noch in bis zu 80 Unterschiede geteilt waren. Nur eine von diesen 35 Schubladen wird als leer bezeichnet, alle anderen waren angefüllt mit goldenen Ketten, Halsbändern, Gürteln mit anhangenden Kleinoden, Armbändern und gegen hundert verschiedenen, vornehmen Ringen mit Edelsteinen und mit gemeinen Ringen. Es läßt sich abschätzen, daß ihr Besitz an jenen hinterlassenen Schmuckstücken