Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 3.pdf/17

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die Zahl hundert weit überstieg. Nur einzelne Stücke sind genauer beschrieben; so eine goldene Schlange mit einem Smaragd und einem spitzigen Demantring (VIII, 254?), ein Armband mit dem Namen IHS, eine Kette mit des Königs von Dänemark Konterfei, ein schöner Gürtel, den die Kurfürstin erst neulich hatte machen lassen, allerlei geschmelzte Tierlein und „das schöne Halsband, so Schwerzern gewesen“. Dieser Sebald Schwerzer kam 1585 aus Italien, wurde hier Hofalchimist und dann Faktor in Annaberg, er ging später nach Prag zu Kaiser Rudolf II., wurde hier geadelt und starb 1611 als Berghauptmann in Joachimsthal. Er war also gewiß nicht Goldschmied und Hersteller jenes Halsbandes, doch vermittelte er gelegentlich noch den Ankauf anderer Schmuckstücke von deutschen Goldschmieden. Für dieses Halsband hatte Kurfürst August die Summe von 8000 Gulden zu bezahlen, die sein Sohn in drei Terminen an den Leipziger Ostermärkten 1586, 1587 und 1588 abtragen ließ. An anderer Stelle unseres Aktenstücks wird das Halsband als goldene Kette mit Kleinodien, als Saphir, Rubin, Balas und Smaragden versetzt, bezeichnet. Kleinodien gilt hier also noch gleichbedeutend mit Juwelen. Über den Kunstwert der Arbeit können wir leider kein Urteil mehr gewinnen, ebenso bleibt ungewiß, ob Schwerzer das Schmuckstück von einem italienischen oder einem deutschen Goldschmied erworben hatte. Nur der hohe Materialwert des Stückes läßt sich dadurch abschätzen, daß die berühmte höchst kunstvolle silberne Prachtrüstung des Kurfürsten Christian II. im Historischen Museum zu Dresden, die dieser 1606 von Heinrich Knopf aus Nürnberg erkaufte, auf deren getriebene Ornamente und Reliefbilder eine mehrjährige Arbeit verwendet wurde, nicht viel höher, nämlich mit 8800 Gulden, bezahlt wurde. Bei Sebald Schwerzer machte 1586 Augusts Sohn, Kf. Christian I., noch drei geringere Einkäufe, bei deren einem, einer Kette von Demanten und Perlen als Geschenk für die Kurfürstin von Brandenburg, vermerkt wird, daß das zugehörige „Kleinod mit dem Pelikan“ von dem Dresdner Juwelier Hieronymus Kramer erkauft war, also eine Arbeit, an der die Tierfigur sicher am ganzen Körper mit Email überdeckt war.

Während bisher in den erhaltenen Akten wir unter Kurfürst August Namen von Goldschmieden noch nicht begegneten, sind einige Verzeichnisse aus den Jahren 1585 und 1586 noch vorhanden, in denen die Namen der Hersteller genannt werden. Den Hauptanlaß zu diesen umfänglicheren Anschaffungen gaben die Ringrennen, die Kurfürst August im Mai 1585 veranstaltete bei der