Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 3.pdf/21

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Anstellung in Dresden eine Reise dorthin in Aussicht genommen wurde, damit er nicht nur Einkäufe mache, sondern auch die neueste Mode in ihrem Ursprungsland kennen lerne. Jedenfalls läßt der Einkauf von Edelsteinen die Absicht erkennen, diese zur eigenen Verarbeitung zu verwerten und nicht fertige Schmuckstücke zu erwerben. Zu jenem Zweck hatte Kf. August in seinem Schlafzimmer in verschiedenen Münzsorten das Gold bereit. Wir finden in dem Inventar des Brautschatzes von Sophie von Brandenburg, als sie 1582 den Sohn des Kf. August, den späteren Kurfürsten Christian I. von Sachsen, heiratete, mehrere Halsbänder „von Spanischer Arbeit“ aufgeführt, die sie von ihrem Vater, von dem Herzog von Pommern, von der Herzogin von Lüneburg, ja auch von Herzog Christian selbst als Morgengabe erhalten hatte. Diese aus verschiedenen Orten stammenden Stücke sind natürlich nicht erst aus Spanien bezogen oder in Deutschland von spanischen Goldschmieden hergestellt, sondern sie sind lediglich nach der herrschenden spanischen Mode gearbeitet worden, was wir dadurch bestätigt finden, daß wir solche Stücke gelegentlich als „nach spanischer Manier“ ausgeführt angegeben finden. Das gleiche gilt für die Erwähnung von Pariser (Draht-) Arbeit oder von Augsburger Arbeit.

Hieronymus Kramer war also der von Kurfürst August erkorene Nachfolger seiner Hofgoldschmiede Heinrich Hoffmann und Joachim Wimmer. Bisher sind aber nur erst aus der letzten Zeit seiner Regierung urkundliche Nachrichten über von jenem gelieferte Arbeiten gefunden worden, viele dagegen aus der Regierungszeit seines Sohnes Kf. Christian I.

Nach ihm und neben ihm ist von Kf. August auch Abraham Schwedler bestallt worden, ja es wird ihm 1592 bezeugt, daß er viele Jahre lang für Kf. August und Christian I. als Goldschmied gearbeitet hat und er erhält seine Besoldung als Ruhegehalt weiter bewilligt. Von ihm habe ich jedoch aus der Zeit des Kf. August nur die nachfolgend genannte Arbeit erwähnt gefunden. Seit 1573 sind außerdem nach M. Rosenberg die Meister Urban Schneeweis und Martin Alnpeck als Silberschmiede in Dresden nachweisbar. Sie haben aber für den Hofhalt auch in Gold gearbeitet, wohl zumeist als Kettenmacher. Im Jahr 1584, als Kurfürst August die Ausstattung seiner Töchter zu besorgen hatte, erhielt Schneeweis und Alnpeck Gold zugeteilt im Wert von je 3000 Talern, dazu Schwedler solches im Wert von 2400 Talern, woraus sie Ketten zur Verbrämung von Frauenröcken zu machen hatten, die der Seidensticker Elias Pirnhauer unter Zufügung von Perlenbesatz verarbeitete. Aus den erhaltenen