Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 3.pdf/31

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Der Kunstfertigkeit dieser Kleinode, die wir als Besitzstücke der Mutter Anna ansehen, entsprach auch die Ausführung der Ketten. Auch hierbei legte die Fürstin Wert darauf, daß die Initialen ihres und ihres Gatten Namens daran zu erblicken waren. So besaß sie eine Gürtelkette, deren Glieder abwechselnd aus goldenen Herzen und Kugeln von Lapislazuli bestehen (VIII, 279). Die Herzen haben auf jeder Seite in Relief ein A. Ähnlich eine Halskette, deren Glieder aus Händen, die ein Herz halten (VIII, 262). Eine ungleich reicher aus emaillierten Gliedern mit hohem Rollwerkrelief zusammengefügte Gürtelkette, die durch eine mit Rollwerk reich verzierte vasenförmige Klunker abgeschlossen wird, (Tafel 5, 4) war wohl das in einer der Laden ihres Nachlasses neben dem teuren schönen Halsband besonders namhaft gemachte Stück „ein schöner Gürtel, den Ihre chf. G. neulich hat machen lassen“. Auf den ovalen gewölbten Mittelfeldern der Glieder ist jedesmal vertieft das Monogramm mit den beiden A eingegraben. Alle diese Glieder aus massivem Gold haben ein ziemliches Gewicht, so daß der ganze Schmuck, der auf dem Kopf, an Hals, Brust, Gürtel, Ärmeln und Kleidern angebracht ist, wie die erwähnten Bildnisse dies erkennen lassen, schon ein recht ansehnliches Gesamtgewicht haben mußte. Auch eine andere Gürtelkette, Tafel 5, 3, die jener darin nichts nachgibt, scheint gleichfalls für diese Fürstin entstanden zu sein. Bei späteren solchen Ketten wird das Gold daran schon sparsamer verwendet.

Unter dem hinterlassenen ansehnlichen Besitz der Mutter Anna an Fingerringen werden in einem Fach 18 Ringe erwähnt, „so sie meist täglich getragen“. In einem andern Fach sind 76 Unterschiede „mit allerlei vornehmen und gemeinen Ringen“. Besonders betont werden aber „die vier vornehmsten Ringe“, ein Rubin-, ein Demant-, ein Türkis- und ein Saphirring. Drei davon wurden herausgenommen, ebenso eine goldene Schlange (wohl VIII, 254), sie kamen wohl in die Schatzkammer. Zwei der durch ihre kunstvolle und vollkommenste Arbeit hervorragenden Ringe, Tafel 1, 8 und 9, könnten wohl aus ihrem Besitz stammen; deren weite Öffnung ist daraus zu erklären, daß solche Ringe auch über den Handschuhen getragen wurden. Der Demantring Tafel 1, 9 hat eine vierkantige, nach unten verjüngte Schiene, die an allen Wänden schwarz emailliert und außen mit zehn kleinen Dicksteinen ausgefaßt ist. Diese umfassen einen ebenso emaillierten Kasten mit einem hohen Demantspitzstein zwischen vier dreikantigen Demantrauten. Auch hier leuchtet ein, daß diese Steine für ihre raffiniert geschickte Vereinigung nicht beliebig vorhanden waren, sondern