Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 3.pdf/37

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der Technik, als an der Fassung der geschliffenen Edelsteine und der Perlen, wobei übrigens Juwelier und Emailleur in einer Person vereinigt gewesen sein mögen. Die Stoffe, die hierfür unter dem Einfluß der Besteller jetzt bevorzugt wurden, lassen sich gleichfalls aus jenem Verzeichnis entnehmen. Unter den sieben Halsbändern ihrer Mitgift z. T. „spanischer Arbeit“, bei denen der Juwelenbesatz die Hauptsache war, ist von den daran hängenden Kleinoden eins mit der Caritas (die jedesmal daran angebrachten Juwelen übergehe ich), eins mit zwei Löwen, eins mit der Fides und eins mit einer heidnischen Historie, die offenbar der Protokollant nicht zu deuten wußte. Eines der Halsbänder hat zwischen den Juwelengliedern elf Glieder „Hand in Hand“, d. h. je zwei verbundene emaillierte Hände als „Handtreue“. An den acht der Braut zu ihrem Beilager geschenkten Halsbändern, davon vier spanischer und eins Augsburger Arbeit, war angehängt neben reinen Juwelenstücken ein Kleinod mit zwei Löwen, eins die Fortitudo, eines mit stehender Figur und an den Gliedern Bilder und Löwen, eins mit einem Engel, in der Hand eine Schlange, und zwei Figuren mit Fahne, sowie Löwe und Lamm, eins mit Diana und Hund. Unter den Kleinoden ihrer Mitgift, die ohne Kette waren, ist außer dem Kleinod auf ihrem Bildnis noch ein zweites mit dem Namen Jesus, flankiert von Engeln, genannt, vier mit heidnischen Bildern, eins mit zwei Kindern, drei mit Pelikan, ein Kruzifix, eins mit Paris und Helena, eins mit dem Englischen Gruß, mit Saturnus, mit Greif im Kampf mit Löwe, Susanna, König mit zwei Rossen, Caritas, St. Michael und nur eins mit Kontrafett des Kurfürsten Joachim. Zu diesen 23 Kleinoden kamen zwei als Geschenke: St. Georg und Caritas. An den sechs von ihr mitgebrachten Armbändern sind zwei mit biblischen Historien. Ringe erhielt sie 32 Stück, deren Steine meist mit kleineren Steinen karmoisiert waren, ferner zehn goldene Ketten verschiedenartiger Glieder, darunter eine mit wechselnd 18 Wappenschilden und 18 von zwei Händen gehaltenen Herzen, daran eine Medaille mit ihres Gatten Bildnis. Die Kette ist noch im Grünen Gewölbe vorhanden, hat heute aber nur je elf Glieder und ihr eigenes Medaillenbildnis (VIII, 269). Ferner hing an einer dieser Ketten ein Bildnis des Herzogs Johann Friedrich von Pommern mit Gemahlin, an einer andern das des Herrn Administrators von Magdeburg. Unter ihren drei Gürteln ist einer mit zwölf Stundengläsern, den damals beliebten Sanduhren nachgebildet. An ihren 14 mitgebrachten Perlenketten in goldener, mit Juwelen versetzter Fassung waren manchmal gleich mehrere Kleinodien angebracht