Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 3.pdf/39

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Was in diesem knappen Jahrzehnt hinzugekommen ist, wird wohl zumeist in Dresden entstanden und meist erst nach dem Tod ihres Schwiegervaters August (gest. n. Februar 1586), hergestellt sein. Über das, was hierzu nach dessen Tod die Dresdner Goldschmiede beigetragen haben, besitzen wir genaue Angaben in dem Auszug von alledem, was von Kurfürst Christians I. Regierung an bis zum 8. August 1590 aus der Rentkammer hierfür bezahlt worden (H. St. A. Fach 8694. Inventar ... Bl. 101–208). Von den Meistern, die noch zuletzt unter Kurfürst August für die Verlobung seiner Töchter Dorothea und Anna gearbeitet hatten, ist Abraham Schwedler nur noch 1586 beschäftigt, Martin Alnpeck noch bis 1590, dagegen Urban Schneeweis (1536–1600) noch bis zum Ende des Jahrhunderts. Ihm wurde sogar erlaubt, während in der Zunftordnung von 1598 vorgeschrieben war, der Meister dürfe nur selbsechst arbeiten, d. h. mit drei Gesellen und zwei Lehrlingen, selbacht zu arbeiten. Er war aber hauptsächlich Silberschmied und wenn er für den Kurfürsten gelegentlich in Gold arbeitete, dann waren dies nur Ketten und Konterfette, vereinzelt ist daran auch einiges geschmelzt. Doch Kleinode hat er nicht hergestellt. Mit gleichen mehr Silberschmiedearbeiten wie Schneeweis sind dann noch tätig Wendel unter der Linden, der zugleich Münzstempelschneider war, und mehr noch Valentin Grefner, der auch Schmelzwerk zu machen verstand, und in Hinterglasmalerei kleine Wappen malte. Dagegen liefert vereinzelt Kleinodien der Dresdner Goldschmied Hans Dürr, so 1590 erhält er für vier große Demanten zu einem Halsband, „daran die Jahreszeiten bossiert“ 5453 Fl. und liefert gleichzeitig eine Hutschnur von Gold, daran eine Eidechse von Demanten und Perlen. Er ist dann noch im Dezember 1599 zugleich mit dem Goldschmied Caspar Schreyer von der Kurfürstinwitwe Sophie als ihr Vertrauensmann zugezogen, um deren ganzen bedeutenden Besitz an Geschmeide zu inventarisieren. Vorübergehend in und für Dresden tätig war dann noch der Medailleur Matthes Carl, den Kurfürst Christian I. am 4. Juli 1587 auf ein Jahr aus Nürnberg erbeten hatte. Am 21. November 1590 erhielt er hier Demanten zu einem Elefanten an das Konterfett des Königs Friedrich II. von Dänemark (1534, r. 1559–88), darnach muß er wohl gleichzeitig für Dresden auch als Juwelier gearbeitet haben. Habich nennt als Arbeit des M. Carl die Medaille des Kurfürsten, Heraeus 48, 22, dieser scheint also den Dresdner Medailleur Tobias Wolf, den sein Vater 1574–75 nach Dresden berufen hatte, damals nicht mehr so hoch geschätzt zu haben.