Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 3.pdf/55

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jedes Glied als Bijoux behandelt wurde, wie wir es noch auf dem Brustbildnis der Kurfürstin Sophie um 1590 im Historischen Museum (W. B. T. 36) sehen können. Diese reichen Ketten wurden dann durch die Vorliebe für Perlenketten verdrängt, wobei gelegentlich hervorgehoben wird, daß dazu orientalische Perlen verwendet waren. Daneben wurden auch noch die damals in Sachsen noch reichlicher gefundenen Elsterperlen verwendet, die an zartem Schmelz der matten Farbe hinter jenen zurückstehen, doch bei größeren Stücken kaum geringer geschätzt wurden. Im Grünen Gewölbe eine solche vierreihige Kette besonders großer Stücke (VIII, 33). Der Vorliebe für Gürtelketten entstammen noch die beiden Stücke, von denen Teile auf Tafel 5, 1 u. 2. abgebildet sind. Sie scheinen nicht mehr für die Kurfürstin Anna, wie die beiden anderen Ketten dieser Tafel, sondern schon für ihre Schwiegertochter, Kurfürstin Sophie, entstanden zu sein. Schon ist das Gewicht der ersten dieser beiden Ketten erheblich gegenüber jenen verringert, indem die Ranken und Zweige der Glieder nicht mehr einen festen Kern, sondern einen Luftraum umschließen, doch sind sie immer noch schwer genug. Bei der abschließenden kugelförmigen Klunker schadet es dem Wert der Form durchaus nichts, daß die Kugel hohl ist, deren Reiz durch das farbige Email gehoben wird. Bei der zweiten dieser Gürtelketten ist darin noch weiter gegangen, hier ist jedes einzelne der, abwechselnd kürzeren und längeren, mandelförmigen Glieder innen hohl und seine Ranken gewähren Durchblicke. Deren Stilisierung scheint auf Gabriel Gipfel hinzuweisen. Die Ranken sind farbig, mit z. T. durchsichtigem Email, effektvoll behandelt und lassen das Fehlen von Edelsteinen nicht vermissen. Mit solchen Edelsteinen wurden mehr und mehr jedoch die Brustketten der Frauen in ihren einzelnen rosettenartigen Gliedern ausgestattet. Das Brustbildnis der Kurfürstin Sophie (W. B. T. 36) zeigt dies schon reich, jedes einzelne Glied ihrer Kette ist dort ein kostbares Juwelenschmuckstück. Als ihr zweiter Sohn Kurfürst Johann Georg I. 1607 sich mit Magdalene Sibylle von Brandenburg vermählte, erhielt diese einen Anhänger mit Kette (VIII, 282 u. 283), an der nicht nur der Anhänger, sondern jedes der 40 Glieder der Kette mit Brillanttafelsteinen besetzt ist, eine besonders kostbare Juwelierarbeit, bei der das Gold nur als Träger des die Wirkung der Steine hebenden vorwiegend schwarzen Emails verwendet ist. Das konnte kaum noch überboten werden. So ist denn die Mode schon bald darauf umgeschlagen, die Kurfürstin selbst hat nach Ausweis ihrer Bildnisse später nur noch Perlenketten getragen, und als