Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 4.pdf/39

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der Periode Dinglingers hinweist. Das Motiv des kurbettierenden Pferdes bei den Plänen zu einem Reiterstandbild des Königs taucht um 1711 in den Entwürfen Pöppelmanns zu dem neuen Residenzschloß auf. Es bleibt dann den Bildhauern der Zeit vertraut, und kehrt auch bei Darstellungen von ausgeprägtem Realismus, wie dem Gipsmodell der Skulpturensammlung, wieder, wo August einen Halbharnisch mit kurzen Schößen und Kniekacheln, Handschuhen, Degen und Portepée trägt. Die Bedeutung des gekrönten Drachens ist wohl auf heraldischem Gebiete zu suchen.

Die Gruppe von Perlmutterarbeiten, die das Inventar der Kunstkammer vom Jahre 1741 beschreibt „Löffel, Gabeln und andere Sachen von Perlmutter“, verzeichnet außer Eßgerät der verschiedensten Art, darunter „Eierschifflein“, auch Zahnstocher, Hände – als Amulette und Anhänger –, ein Doppelbildnis der Kurfürsten August und Christian in Größe eines Thalers, also ähnlich dem Madaillon (Tafel 3 k) „eine runde Rose, worauf Christus mit seinen Jüngern am Ölberg abgebildet“ (Tafel 3 k), „eine antique Kette, oder Umhang, von verschiedenen Stücken, darauf Gesichte und Bilder geschnitten“. Namen von Meistern, wie sie die Ausstellung in Stuttgart 1929 vermittelt hat, werden hier leider nirgends genannt.


ARBEITEN AUS METALL

Zeigt das Perlmutterrelief den Gründer des neuen Grünen Gewölbes im jugendlichen Mannesalter, erblicken wir ihn in Wiedemanns Reiterstandbild auf dem Neustädter Markt wie in dem Bozzetto des Albertinums an der Schwelle des Greisenalters, so dürfen wir in dem römischen Imperator des Salondenkmals (Tafel 62 und 63) den reifen Mann zwischen 40 und 50 bewundern. Noch schwankt die Meinung über den Meister des Werkes zwischen den größten Namen, die wir aus der Entwicklung der monumentalen Plastik im Zeitalter Ludwigs XIV. kennen. Das seit mehr als einem Jahrhundert bekannte Motiv der gefesselten Sklaven, Verkörperungen der unterjochten Länder, am Sockel, von Pietro Tacca, Desjardin und Schlüter mit wechselndem Gelingen abgewandelt, begegnet auch auf einer Zeichnung (Dresden, Kupferstichkabinett), die als Entwurf für ein Reiterdenkmal des Königs auf kurbettierendem Pferd angesehen werden muß. Mit dem nicht gegossenen, sondern in Kupfer getriebenen Denkmal, das ein