Seite:Swift-Tuchhändlerbriefe-Satyrische und ernsthafte Schriften 1-1756.pdf/13

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Gold und Silber schlagen möge, ohne Einwilligung aller Grafschaften.“ Das ist, wie Milord Coke[WS 1] es erkläret, ohne die Einwilligung des Parlements.

Dieses Buch ist sehr alt, und in Ansehung der Zeit da es geschrieben worden, von grossem Ansehen, und als ein solches wird es von dem berühmten Rechtsgelehrten Milord Coke oft angeführet. In den Engländischen Gesezen wird alles Metall in rechtmässiges oder ächtes, und in unrechtmässiges oder falsches eingetheilet. Das erstere begreift Gold und Silber; das andere alle geringere Metalle. Und daß nur das erstere an Münze gangbar und gäbe seyn soll, erhellet aus einer Parlementsakte, die im zwanzigsten Jahre König Edwards des Ersten, unter dem Titel: Verordnungen, die Pfenninge betreffend, welche gangbar seyn sollen, errichtet war, welche ich euch hier so, wie sie mir ins Englische übersezet worden, mittheile; denn wie ich berichtet bin, so sind einige unserer Geseze von derselben Zeit, in Lateinischer Sprache geschrieben worden. Welcher sich wegern solte (heißt es da) im Handel und Wandel Halbpfenninge oder Vierer von gesezmässiger, den gehörigen Stempel habender Münze anzunehmen, auf denselben soll man greifen, als auf einen Verächter der königlichen Majestät, und ihn mit Gefängniß belegen.

In Kraft dieser Sazung kann niemand als ein Verächter der königl. Majestät angesehen, und als ein solcher Verbrecher gestraft werden, denn nur der, welcher sich wegert, königl. Münze von gesezmässigen Metalle

  1. Sir Edward Coke (1552–1634)
Empfohlene Zitierweise:
Jonathan Swift, übersetzt von Johann Heinrich Waser: Briefe des Tuchhändlers. [s.n.], Hamburg und Leipzig 1756, Seite 307. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Swift-Tuchh%C3%A4ndlerbriefe-Satyrische_und_ernsthafte_Schriften_1-1756.pdf/13&oldid=3394034 (Version vom 1.8.2018)