Seite:Swift-Tuchhändlerbriefe-Satyrische und ernsthafte Schriften 1-1756.pdf/15

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Dieses ist noch ferner aus derjenigen Sazung offenbar, welche im neunten Jahre der Regierung Edwards des Dritten gemacht worden; als in welcher verordnet ist, „daß weder die Goldschmiede, noch jemand ander Halbpfenninge oder Vierer in den Tiegel werfen soll, um Gefässe daraus zumachen, bei Strafe der Confiscation solcher verschmelzten Münze.“

Vermöge einer andern Akte unter der Regierung dieses Königs, wird alle schwarze Münze in England verboten, und zufolge noch einer Akte vom eilften Jahre seines Reiches die Galleypfenninge. Was das für Pfenninge gewesen, kann ich nicht sagen, ich vermuthe aber, daß sie von schlechtem Metalle waren, und diese Akten waren keine neue Geseze, sondern blosse Erläuterungen der alten Geseze welche das Münzwesen betrafen.[WS 1]

In diesem Verhältnisse stehen die Geseze gegen das Münzwesen; und man findet auch kein Exempel dagegen; ein einziges ausgenommen, davon Davis[WS 2] in seinen Nachrichten Meldung thut, und erzehlet, daß die Königin Elisabeth zur Zeit der Tyronischen Rebellion im Tower zu London Münze von vermischtem Metalle habe schlagen lassen, welche sie zur Bezahlung der Armee herüber geschikt, und befohlen, daß jederman sie annehmen, und daß hingegen alles Silbergelt mehr nicht als Klumpensilber, daß ist nur so viel gelten soll, als es im Gewichte auswirft. Davis berichtet hierüber verschiedene besondere Merkwürdigkeiten, welche ich aber, Weitläuftigkeit auszuweichen, übergehe, und daß der Staatsrath von Irrland einen Engländischen Kaufmann gezwungen habe, diese gefälschte

  1. Ab dem späten 14. bis ins 16. Jahrhundert waren in England, illegale, sogenannte „Galley Halfpence“ im Umlauf, welche in Wahrheit venedische Soldini waren, die von den Matrosen der Galeeren in den Handel gebracht wurden. (vergl. UKDFD)
  2. Sir John Davies (1569–1626) Politiker und Dichter
Empfohlene Zitierweise:
Jonathan Swift, übersetzt von Johann Heinrich Waser: Briefe des Tuchhändlers. [s.n.], Hamburg und Leipzig 1756, Seite 309. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Swift-Tuchh%C3%A4ndlerbriefe-Satyrische_und_ernsthafte_Schriften_1-1756.pdf/15&oldid=3394056 (Version vom 1.8.2018)