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entsprechender Verschiebung der Ursprungsstelle des zugehörigen Nerven war als Erklärungsgrund für die präoral gewordene Lage der zweiten Antenne und den Ursprung ihres Nerven am Gehirn erkannt.

Wenn Ray Lankester die Bemerkung macht, dass er diese Lehre der Aufwärtsbewegung bislang in meinen Schriften nicht klar formulirt gefunden habe, so beweist er eben nur damit, dass er dieselben überhaupt nicht kennt. In den „Grundzügen“ freilich, welche das Gesammtgebiet der Zoologie in gedrängtester Form behandeln, war eine solche Erörterung nicht zu suchen, wohl aber hätte er dieselbe in den Beiträgen zur Kenntniss der Organisation und des feineren Baues der Daphniden etc. vom Jahre 1876 erwarten müssen und finden können (pag. 377–379). Statt dessen ist Herr R. L. sogleich mit dem Vorwurf bei der Hand „he has adopted my theory of 1873 in so far only as second pair of antennae are concerned“. Ja noch mehr, derselbe schreckt nicht vor dem geradezu ungeheuerlichen logischen Widerspruch zurück, meine Anschauung über die Arthropoden-Antennen im Gegensatze zu dem total verschiedenen Ursprung der Crustaceen-Antennen als – aus seinen Schriften entnommen zu bezeichnen! „This view as to the Chaetopod affinities of the Antennae of Peripatus and Insecta, and as to the contrasted and totally distinct origin of the Crustacea antennae, is adopted from my writings by Prof. Claus.“

Mit Rücksicht auf den Gegensatz in der Deutung der Crustaceenantennen und der Vordergliedmassen der Gigantostraken und Arachnoideen vermag sich R. L. nicht einmal zu der Einsicht zu erheben, dass meine Zurückführung eine ganz andere als die seinige ist. Während er die sogenannten Kieferfühler der Arachniden und die Vordergliedmassen von Limulus als den vorderen Antennen der Crustaceen, welche ja nach ihm das erste Rumpfgliedmassenpaar repräsentiren, gleichwerthig deutet, charakterisire ich Arachnoideen und Gigantostraken durch den Mangel der vorderen Antennen, welche ich den Antennen der Onychophoren, Myriapoden und Insecten, sowie den vorderen Antennen der Crustaceen gleichwerthig betrachte.

Wenn ich früher in den Untersuchungen des Crustaceensystems die Vordergliedmassen von Limulus in gleicher Weise wie die Kieferfühler der Arachnoideen den prostomialen Antennen gleichstellte, so lag dieser Deutung die irrthümliche, auf die Angaben der Autoren gestützte Meinung zu Grunde, dass der zugehörige Nerv am Gehirn entspringe. Seitdem ich aber mit dem von Alph. Milne Edwards gegebenen Nachweis bekannt wurde, dass dieser Nerv im Gegensatz zu den Angaben von Van der Hoeven,