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Seite:Tafellieder 100 Jahre Freiberger Bergakademie 1867.pdf/3

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Nach Studienjahren, die uns froh vereinten
Zur reichen Zech’ der Wissenschaft,
Wir fratres academiae nicht versteinten
In trockner Praxis stein'ger Haft.
     Immerdar sprudeln aus Felsen empor
     Quellen des Geistes, umgrünt von Humor!

In Schachtesteufe wie am Flammenheerde
Des Knappen Geist mit Geistern ringt,
Und in dem dunklen Räthselschooss der Erde
Er siegreich seine Fackel schwingt.
     Flüssig aus Starrem, mit leuchtendem Schwall
     Woget der Wahrheit befreites Metall.

Aus Freibergs Mauern drangen geist’ge Strahlen
Weit über’n fernen Ocean
In grauer Zeit schon, als Gesetz und Zahlen
Durch Fels sich brachen erste Bahn.
     Bergmannes Leuchte und Akademie
     Hellten den Schacht und die Theorie.

Wer hat solch’ akademisch Licht entzündet
In unsrer alten Bergmannsstadt?
Es ist Xaver, der klaren Blick’s gegründet,
Was hundert Jahr bewährt sich hat.
     Feiert den Gründer mit Jubelgesang
     Dankbarer Herzen und Becherklang!

Doch jedem Lichte feindliche Gewalten
Im Wogendrang der Zeiten droh’n;
Dem edlen Haus Wettin, was uns erhalten
Das Kleinod, Lieb’ und Treu’ zum Lohn!
     Hoch die Wettiner! Und Allen voran
     Unser gefeierter König Johann!

Dann aber denkt auch jener Flammengeister,
Die aus dem Lichte einst gestrahlt!
Des Vater Werner und der andern Meister,
Die längst zum Jenseits sind gewallt.
     Strahlen der Wissenschaft, Geniusglanz,
     Nimmer verlöschen im Ruhmeskranz.