| Unbekannt: Tafellieder zur Nachfeier des hundertjährigen Jubiläums der Freiberger Bergakademie am 29. Juli 1867 | |
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Mit dem intricatsten Fleiss
Formt man die Krystalle,
(Flächner, Eder und Gott weiss
Was für Sorten alle!)
Heisst sie paragen sich lagern,
Macht durch Spath den Gang abmagern –
Für Gewerken-Galle!
So entstand des Bergmanns Welt,
Schimmernd bunt von Erzen,
Und wer Muthung darauf stellt,
Sollt’ es d’rum beherzen:
Geolog’sche Theorien
Stets dabei zu Rath zu ziehen –
Will er’s nicht verscherzen!
Doch – – der Theorien Schein
Blendet nicht die Prakt’schen!
Mit dem Ruf: „Hie schla’n mer ein!“
Handeln flott die Fakt’schen.
„Sullt der Gang die Bein’ anziehen,
Müssen mer mehr in’s Hang’nde giehen.“
Schämt euch, ihr Didakt’schen!
Warum harmoniren denn
– Wen’ger noch als – selten
Theorie und Praxis, wenn
Sie sich mal gesellten?
Jeder will es besser wissen,
Glaubt sich im Besitz von Rissen
Uebern Bau der Welten!
Nein ihr Leut’, so geht’s nicht fort!
Zwiespalt schlägt nur Wunden.
Einigkeit in That und Wort
Sei hiermit gefunden:
Praktiker, die sich betrogen,
Und Gelehrte, die ge(o!)logen,
Treulich seid verbunden!
Unbekannt: Tafellieder zur Nachfeier des hundertjährigen Jubiläums der Freiberger Bergakademie am 29. Juli 1867. C. C. Meinhold & Söhne, Dresden 1867, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Tafellieder_100_Jahre_Freiberger_Bergakademie_1867.pdf/9&oldid=- (Version vom 12.5.2026)