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Zur Einführung


 Als Lehrerin der Blauen Schule, der eigentlichen Diakonissenschule, fühlte sich Schwester Therese noch mehr an ihrem Platz als vorher bei den Kindern.

 Das vorherrschende Thema in den Briefen aus diesem Zeitabschnitt ist das Befinden Löhes. Löhe glaubte sich öfters dem Tode nahe und erkannte, daß die enge Verbindung von Dorfpfarramt und Diakonissenanstalt auf die Dauer nicht bleiben könne. Nachdem die Diakonissenanstalt schon 1860 ihren eigenen Betsaal erhalten hatte, bekam sie auf Löhes Ansuchen hin 1864 die kirchenregimentliche Erlaubnis zur Anstellung eines eigenen Hausgeistlichen. Löhe wollte in Konrektor Lotze sich einen Nachfolger erziehen. Aber der verfrühte Versuch scheiterte. Lotze ging 1866 in seine Heimatkirche zurück, und Löhe sah ein, daß er die Sorge für die Zukunft Gott überlassen müsse.

 Am Krieg 1866 kamen Neuendettelsauer Diakonissen nur in den Lazaretten von Kissingen, Würzburg und Veitshöchheim zum Einsatz. Doch erhielt Löhe 1867 als Anerkennung seiner Verdienste um die Verwundetenpflege im Krieg den Orden vom Heiligen Michael I. Klasse. Daraufhin fingen in München die Vorurteile gegen Neuendettelsau zu schwinden an, und es konnte die erste Neuendettelsauer Station dort begründet werden. Am Krieg 1870/71 pflegten über vierzig Neuendettelsauer Schwestern in Frankreich und in Lazaretten in der Heimat; andere wurden vorübergehend für Verwundetentransporte freigemacht.


Empfohlene Zitierweise:
Therese Stählin: Meine Seele erhebet den Herrn. Verlag der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1957, Seite 118. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Therese_St%C3%A4hlin_-_Meine_Seele_erhebet_den_Herrn.pdf/120&oldid=2951037 (Version vom 10.11.2016)