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Mittel seit langen Jahren unmöglich war. Ich erfuhr das erst vor ein paar Tagen und sage am Schluß des Ganzen nur so viel: Wenn Jak. 5 nur ein für die apostolische Zeit gültiges Gebot soll gemeint sein, so kann man über manch andere Stelle auch in Zweifel geraten, ob sie nur für jene oder auch für unsere Zeit Geltung habe. Es heißt nicht: „Rufe die Wundertäter“, sondern „die Ältesten“, also ein Institut, das allezeit in den Gemeinden vorhanden sein soll. Mit einer römischen letzten Ölung hat doch diese Salbung gar nichts zu tun. In dankbarer Liebe

Deine Therese.


An die Mutter.
Neuendettelsau, den 27. Mai 1858

 Meine liebste Mutter, Sie müssen mich für eine recht nachlässige Person halten, wenn ich Ihnen sage, daß ich erst gestern mit Herrn Konrektor Lotze über die Harfe gesprochen habe. Dieses Gespräch veranlaßt meinen diesmaligen Brief, denn Herr Konrektor war so entzückt über diesen Vorschlag, daß nicht viel fehlte, glaube ich, und er reiste zu Ihnen, um Ihr Schüler zu werden. Ich mußte ihm sogleich die Harfenschule bringen, aus welcher er ersah, daß er es sehr bald erlernen könnte. Nun aber ist die Schwierigkeit des Hierherkommenlassens noch immer dieselbe wie früher. Sie haben mir geschrieben, durch den Missionszögling Wachtel an den Harfenmacher schreiben zu lassen. Ich konnte aber zu Herrn Wachtel nicht gelangen, es ihm auch nicht zu wissen tun, und jetzt, da er fort ist, bleibt nichts anderes übrig, als sich direkt an Herrn Franke zu wenden. Ich würde das sogleich tun, allein ich weiß seine Adresse nicht. Darf ich Sie nun wohl bitten, mir entweder die Adresse zu schreiben oder, wenn es Ihnen nicht zu viel Mühe macht, selbst Herrn Franke um Zusendung der Harfe zu bitten? Müssen denn die Saiten beim Verschicken heruntergelassen werden? Herr Konrektor wollte das nicht glauben. Könnte man nicht nötigenfalls Herrn Franke bitten, die Saiten mitzuschicken? (Natürlich würde das die Anstalt schon zahlen.) Ich möchte Sie recht herzlich bitten, mir gleich zu schreiben.

Empfohlene Zitierweise:
Therese Stählin: Meine Seele erhebet den Herrn. Verlag der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1957, Seite 79. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Therese_St%C3%A4hlin_-_Meine_Seele_erhebet_den_Herrn.pdf/81&oldid=2920452 (Version vom 24.10.2016)