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 Wir müssen uns aller Genüsse enthalten, die den Verkehr mit Gott hindern können: jeder Leidenschaft, jeder maßlosen Liebe, alles dessen, was die Harmonie stört.


 Hütet euch vor der Üppigkeit! Sie fängt ganz leise an. Da gilt es, sich sehr in der Zucht zu halten. Es gibt eine mächtige Entwicklung des Bösen, wenn man nicht in den Anfängen widerstrebt.


 Wir müssen sehr auf unserer Hut sein, denn es ist ohne Frage, daß wir in der letzten, bösen Zeit leben. Es gilt sich immer zu wappnen; der Satan geht durch Breschen ein, wo wir es nicht glauben. Wir müssen recht wachen und beten und uns von Herzensgrund bekehren.


 Die scheinbar kleinsten Vorkommnisse in unserem Leben haben eine Bedeutung und Wichtigkeit. Jede einzelne Sünde stärkt das Reich des Bösen.


 Achte auf alles, auch auf scheinbare Kleinigkeiten, die dich auf dem Weg zu Gott aufhalten und in der Heiligung hemmen können.


 Alle Kleinigkeiten und Unannehmlichkeiten, welche einem Christen den Tag über begegnen, soll er hinnehmen als ein Kreuz vom Herrn und bei allem ruhig und still bleiben. Wie die Sandkörner große Meereswellen dämmen, so kann ein Christ durch tägliches Bekämpfen kleiner Sünden große Siege gegen den Satan gewinnen.


 Daß echtes Luthertum nicht ein Leben ist und erzeugt, bei dem man sich „auf die faule Haut legt“ und alles gehen läßt, wie es geht, – das zur Ehre Gottes zu beweisen, ist unsere heilige Aufgabe, an deren Lösung ein jedes Glied mitwirken soll.


Empfohlene Zitierweise:
Therese Stählin: So wir im Lichte wandeln. Verlag der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1959, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Therese_St%C3%A4hlin_-_So_wir_im_Lichte_wandeln.pdf/21&oldid=2895446 (Version vom 22.8.2016)