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den einen großen Gedanken geeint werden, daß sie „ihre Leiber begeben zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei“.


 Es ist mit einer Genossenschaft wie mit einem Einzelleben: es hat seine Kinderzeit und die reifen Jahre. Aber ich möchte nicht, daß bei uns schon das Greisenalter angefangen hätte; es soll nicht kommen. Wir wollen jung bleiben und suchen, daß auch andere jung bleiben können.


 Es vertiefe sich jedes Haus in seine eigene Geschichte und lasse die Heimsuchungen und Gnadenerweisungen, durch die es gegangen ist, immer neu auf sich wirken. Fest gewurzelt im eigenen Boden, so kann man die Führungen anderer Häuser liebend verfolgen und manches von außen her nutzbringend verwerten.


 Nichts soll euch zu viel sein, was den Zusammenhang mit dem Mutterhaus festigt.


 Die Genossenschaft ist doch kein leerer Name. Wir wollen sie lieben, tragen, für sie beten, mit ihr leiden und zu ihr gehören in alle Ewigkeit.


 Je größer unsere Schwesternschaft wird, desto mehr Gefahren können uns drohen, aber desto fester und inniger soll unser Zusammenschluß sein. Niemand soll sich einsam fühlen, eine jede soll eine glühende Kohle haben, an der sie sich aufs neue erwärmen kann, wenn ein erkältender Hauch ihr naht. Aber vor allem laßt uns recht treulich den Gebetsverkehr mit unserem unsichtbaren Freunde pflegen und durch Sein teures Wort immer wieder Luft aus der ewigen Welt atmen!


Empfohlene Zitierweise:
Therese Stählin: So wir im Lichte wandeln. Verlag der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1959, Seite 28. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Therese_St%C3%A4hlin_-_So_wir_im_Lichte_wandeln.pdf/32&oldid=2895436 (Version vom 22.8.2016)