Seite:Trauriges Schicksal des P. Anianus, weiland gewesenen Lectors der Philosophie und Theologie im Capucinerkloster zu Bamberg.pdf/6

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So, meine Landsleute, so dauerte es 20 (sage zwanzig) Jahre mit dem armen Anian. Oftmahls bat er, im Blute schwimmend, den Bruder, ihn zu erwürgen. Es geschah nicht; man wollte, er sollte es selber thun, und die Zukunft, die ihn erwarte, eigenhändig beschleunigen. Endlich starb er – unter den Streichen des Bruders. Frohlockend berichtete es dieser dem Guardian, und sogleich ward ein Ort gewählt, wo man das Aas, wie man des Gemordeten Leichnam nannte, hinscharren wolle. Im Garten des Klosters an einem Orte, wohin aller Unflath geschüttet wird, und wo die Abtritte des Convents hingeleitet sind, dahin sollte der Heillose verscharret werden.

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Als es Nacht war, und alles im tiefen Schlafe lag, begab sich der Guardian mit noch zwey Patern und ein paar Brüdern in die Keuche. Er lag da, zusammengekrämpft, auf den Knien liegend und mit auf die Brust hängendem Haupte an die blutige Wand gelehnt. Gesicht, Hände, und der ganze Leib, waren voll Blut. Er hatte nur noch einige Lumpen am Leibe. Die Wände, der Fußboden waren ebenfalls voll von geronnenem und frischem Blute. Verschiedene Schiefersteine, die im Kerker herum lagen, waren mit