Seite:Ueber die bevorstehende Freiheit der Ehsten und Letten.pdf/6

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die Freiheit gegeben, und sie auf diese Art sich selbst überlassen hätten, da diese armen Leute wie unmündige Kinder sich in keiner Lage zu helfen wußten, und sich immer nur darauf verließen, daß ihre Herren für sie denken, für sie handeln, für sie sorgen sollten. Selbst der Landesherr konnte es bis jetzt nicht erlauben, daß diese unmündigen Kinder durch ein allgemeines Freiwerden sich selbst überlassen und ins Verderben gestürzt würden; diese mußten erst vorbereitet, erst mündig werden. Gott selbst befreite auf wunderbare Weise die Israeliten aus der Knechtschaft, um sie in das verheißene Land zu senden; und dennoch lies er sie viele Jahre hindurch in den Wüsten herumirren und immer vergeblich suchen, bis sie dazu fähig, dazu würdig waren, in das gelobte Land zu ziehen, in welchem sie so lange blieben, als sie thaten, was Gott gefällig war.

Aus dieser Unmündigkeit, welche bis zu unserer Zeit fortdauert, würden die Ehsten bald haben treten können, wenn sie nur ihre Kinder gewissenhafter in die Schulen geschickt hätten, um Gottes Gebote und ihre eigene

Empfohlene Zitierweise:
Gustav Reinhold Georg von Rennenkampff: Ueber die bevorstehende Freiheit der Ehsten und Letten. J. C. Schünmann, Dorpat 1820, Seite 6. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Ueber_die_bevorstehende_Freiheit_der_Ehsten_und_Letten.pdf/6&oldid=3398479 (Version vom 1.8.2018)