Seite:Veckenstedt - Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche.pdf/178

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
5.

Die Ludki waren so klein, dass sie das Korn mit Pfriemen aus den Aehren herausstechen mussten.

Ströbitz.     
6.

Die Ludki liehen oft Geräthe und brachten dann als Dank dafür ein Brödchen. Dasselbe war so sandig, dass man es nicht geniessen konnte. Das kam aber davon her, dass die Ludki ihr Getreide nicht mahlten, sondern es mit Steinen entzweischlugen. Alsdann buken sie den Teig nicht so, wie man es jetzt macht, sondern sie legten ihn zwischen zwei glatte Steine. Dann vergruben sie das Ganze, so dass der Teig durch das Zusammenpressen gleichsam gebacken wurde.

Dissen.     
7.

Die Ludki trugen einen grauen Kittel, wenn sie zu den Bauern kamen, um sich Backfässer zu borgen. Oft stahlen sie auch dieselben, setzten sich hinein und dann rollten die Backfässer mit den Ludkis darin den Bergen zu, in welchen sie ihre Wohnung hatten. Die Ludki waren sehr flink in ihren Bewegungen; sie sind in Guhrow oft zu einem gewissen Bauer an das Thor gekommen.

Guhrow.     
8.

Die Ludki trugen eine grüne oder schwarze Zipfelmütze, einen blauen Leinwandkittel und blaue Leinwandhosen. Zuweilen trugen sie auch Stiefel aus Leinwand; in diesem Falle waren die Sohlen aus mehrfach übereinander gelegter Leinwand gefertigt.

Pulsberg.     
9.

Die Stiefel, welche die Ludki trugen, reichten bis an das Knie; dieselben waren aus Katzenfellen gefertigt.

Pulsberg.     
10.

Als die Wenden in Briesen eine Kirche bauen wollten, wussten sie nicht, auf welchem Fleck, namentlich deshalb nicht, weil sie im Thurm Glocken aufzuhängen gedachten, welche