Seite:Veckenstedt - Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche.pdf/179

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man überall hören sollte. Da gingen sie auf den Marienberg. Dort wohnten die Ludki in ihren Hütten. Sie warfen die Hütten der Ludki um, denn sie wollten sehen, wohin diese mit den Thüröffnungen zeigen würden. Die Hütten der Ludki fielen nach der Seite zu, wo jetzt Briesen steht. Da haben die Wenden sich dort niedergelassen, eine Kirche gebaut und für den Thurm Glocken beschafft. Die Ludki aber sind davongezogen, als die Glocken zum ersten Male geläutet wurden.

Briesen.     
11.

Auf der Wilische bei Burg haben die Ludki gewohnt; sie sind zu Anfang dieses Jahrhunderts noch dort gesehen worden.

Burg.     
12.

In Zahsow bei Cottbus haben die Ludki auf der Viehtrift gewohnt.

Zahsow.     
13.

Die Ludki, welche in der Ludkowńa bei Branitz wohnten, haben ihre Sprache für sich gehabt. Man hat dieselbe nur mit Mühe verstehen können. Wendisch haben sie zwar gesprochen, aber sie sagten jeden Satz rückwärts oder brachten die Worte in verkehrter Ordnung vor.

Branitz.     
14.

Die Ludki haben eine eigene Sprache gehabt: jedes Wort haben sie nämlich erst in bejahendem Sinne gesagt und dann in verneinendem wiederholt.

Schorbus.     
15.

Die Ludki setzten, wenn sie mit den Menschen sprachen, vor das Hauptwort stets die Silbe ńe, d. h. un- oder nicht. Sie sagten also: Leute, Ńeleute, borgt uns Backfass, Ńebackfass, wir werden Euch dafür ein Brödchen, Ńebrödchen bringen.

Dissen.     
16.

Die Ludki sind gut gegen alle Leute, welche sie nicht beleidigen; wer sie aber kränkt, dem thun sie einen Schaden an.

Burg.