Seite:Veckenstedt - Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche.pdf/180

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
17.

Die Ludki kamen sehr häufig zu einem Bauer in Papitz. Das Gehöft desselben aber betraten sie nie, sondern sie kletterten auf einen hölzernen Zaun, welcher sich vor dem einen Gehöft befand und riefen dann in den Hof hinein, was sie zu borgen begehrten.

Papitz.     
18.

Bei einem Bauer in Mischen sind die Ludki alle Abende in die Stube gekommen und haben sich am Ofen gewärmt. Sie setzten sich gewöhnlich auf die kleine Platte am Ofen und liessen die Füsse lang herunter hängen. Eine alte Frau aus Mischen erzählt, dass ihre Grossmutter mit denselben viel verkehrt und ihnen jeden Abend eine Schüssel mit Hirse hingesetzt habe.

Mischen.     
19.

In der Nähe von Schmogrow liegt ein kleiner Berg, welcher das Dubrauchen heisst. In dem Berge haben früher die Ludki gewohnt.

Einst pflügte ein Bauer in der Nähe des Berges. Da hörte er, dass die Ludki im Innern des Berges butterten. Ihn dürstete sehr. Deshalb ging er zu dem Berge hin und rief, die Ludki möchten ihm doch etwas zu trinken bringen. Alsobald kamen die Ludki aus dem Berge hervor und brachten ihm Buttermilch.

Schmogrow.     
20.

Die Ludki pflegten in Ruben von einem Bauer Geschirr zu borgen, was dieser ihnen auch immer gern lieh. Als der Bauer an einem heissen Sommertage seinen Acker pflügte, war es ihm, als höre er unter sich planschen. Da sagte er so vor sich hin: „Ach hätte ich doch einen Topf mit Buttermilch.“ Kaum hatte er das gesagt, so stand ein Napf mit Buttermilch in der Furche, ja später fand er in jeder Furche ein Goldstück. Das Alles rührte von den Ludkis her, welche ihm so ihren Dank bezeigten.

Ruben.