Seite:Veckenstedt - Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche.pdf/183

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übrig blieb, das liessen sie zurück. Am andern Morgen fand es sich dann, dass sich diese Ueberreste in Gold verwandelt hatten. Die Ludki waren so klein, dass sie, statt die Thüren als Eingang zu benutzen, durch die Mäuselöcher krochen.

Gollscho.     
26.

In der alten Schanze bei Leuthen haben früher die Ludki gewohnt. Das hat auch ein alter Schäfer aus einem benachbarten Dorfe gesehen. Derselbe ging nämlich eines Abends bei der Schanze vorüber. Da hörte er eine wunderschöne Musik. Er blieb stehen, um zu hören, woher dieselbe käme. Plötzlich stand ein Ludk vor ihm, der forderte den Schäfer auf, er möge nur mitkommen und die Musik in der Nähe anhören. Darauf führte ihn der Ludk in die Schanze. Dort sah der Schäfer, wie die Ludki ein frohes Fest feierten; es wurde Musik gemacht und getanzt, so dass der Schäfer daran seine Freude hatte. Als der Schäfer genug gesehen hatte, wollte er wieder fort. Da führte ihn der Ludk zur Schanze hinaus wieder auf den rechten Weg.

Leuthen.     
27.

Die Ludki dörrten ihre Gefässe, welche aus einer Mischung von Thon und Lehm bestanden, an der Sonne.

Pulsberg.     
28.

Die Ludki haben in einem Berge zwischen Sergen und Gablentz ein tiefes Loch gegraben und darin ihren Schatz versenkt. Man weiss zwar, wo der Schatz liegt, aber Niemand hat ihn bis jetzt zu heben vermocht. Auch hat man versucht, das Loch auszufüllen, indess alle Mühe ist bis jetzt vergeblich gewesen, da das Loch immer gleich tief geblieben ist, so viel man auch hineingeschüttet hat.

Sergen.     
29.

Die Ludki kamen des Mittags gewöhnlich mit grossen Katzen, welche sie an einem rothen Bande hinter sich her führten, zu den Leuten auf das Feld und naschten von ihrem