Seite:Veckenstedt - Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche.pdf/184

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Mittagbrod. Wenn die Leute von ihren Speisen etwas übrig gelassen hatten, so assen die Ludki den Rest oder gaben denselben ihren Katzen.

Pulsberg.     
30.

Den Ludkis ist das Gebell der Hunde zuwider gewesen.

Kolkwitz.     
31.

Die Ludki haben sich sehr vor den Hunden gefürchtet.

Ströbitz.     
32.

Die Ludki konnten die Hunde so wenig leiden, dass sie aus jeder Gegend verschwanden, in welcher sie die Hunde bellen hörten.

Jehserigk.     
33.

Nicht weit von dem Berge Podgat bei Laasow, in welchem die Ludki, wie man erzählt, gewohnt haben, befindet sich ein kleiner Grund, „die Hölle“ genannt. Dort sollen die Ludki früher einen Backofen gehabt haben. Wenn sie backen wollten, so gingen sie in das Dorf zum Bäcker, um sich ein Backfass zu borgen. Eines Abends kamen sie auch und riefen zum Fenster hinein, der Bäcker möchte ihnen doch das Fass borgen. Der Bäcker aber wollte ihnen dasselbe nicht wie bisher hinaustragen, sondern rief ihnen zu, sie möchten nur herein kommen und das Fass selbst holen. Das aber wollten die Ludki nicht, sondern sie riefen: „Wir können nicht, der Hund liegt auf den Peden.“

Kolkwitz.     
34.

Die Ludki sollten den Bauern helfen, die Glocken läuten; das aber wollten sie nicht, sondern zogen lieber ab.

Kiekebusch.     
35.

Als in Kolkwitz die ersten Glocken geläutet wurden, riefen die Ludki aus: „Das ist unser Tod.“

Kolkwitz.     
36.

Einer von den Ludkis hatte einmal eine Rübe gestohlen. Als er sie nach Hause tragen wollte, fiel er damit